Eine Studentin reinigt in der Arena 2036 der Uni Stuttgart ehrenamtlich Schutzmasken. Foto: /Sebastian Uecker/Uni Stuttgart

Sie sortieren Lebensmittel, richten Unterkünfte ein und bauen Schutzvisiere zusammen: Rund 300 Studenten aus Stuttgarter Hochschulen engagieren sich während der Coronakrise ehrenamtlich.

Stuttgart - Sie sortieren Lebensmittel, richten Unterkünfte ein und bauen Schutzvisiere zusammen: Rund 300 Studenten aus verschiedenen Stuttgarter Hochschulen engagieren sich während der Corona-Krise ehrenamtlich. Ermöglicht hat dies ein Helferpool, den sechs Studentenvertreter der Uni Stuttgart (Stuvus) aus Anlass der Corona-Pandemie Ende März eingerichtet haben. Dass sich binnen kürzester Zeit so viele Kommilitonen aus unterschiedlichen Hochschulen zum Mithelfen bereitgefunden haben, damit habe man nicht gerechnet, sagt Marius Lichtl vom Stuvus-Krisenstab.

Mehr als 1300 Helferstunden hätten die Kommilitonen bereits geleistet. Dabei unterstützen die im Helferpool registrierten Freiwilligen verschiedenste Einrichtungen, darunter das Deutsche Rote Kreuz und die Stuttgarter Tafel, aber auch Einrichtungen der Universität. Somit hätten die Studierenden gezeigt, dass sie bereit seien, soziale Verantwortung zu übernehmen – auch abseits des Studiums. So haben sie in den Läden der Tafel geholfen, Lebensmittel zu kommissionieren und zu sortieren. Aber sie unterstützten auch das medizinische Personal des Roten Kreuzes in Quarantäneunterkünften, zum Teil auch in Nachtschichten. So hätten sie beispielsweise geholfen, eine komplett neue Unterkunft zu errichten.

Studenten sind stolz auf die rasche Hilfeleistung

Nicht ohne Stolz berichtet Lichtl unserer Zeitung, wie schnell sich zum Teil Schichten gefüllt hätten: „So wurde eine Schicht, die zehn Freiwillige benötigte, innerhalb von 30 Minuten komplett besetzt, und wir konnten der Organisation eine voll besetzte Schicht zurückmelden.“

Zu den Aktivitäten gehört auch die Mitarbeit bei der Herstellung von Schutzschilden in der Forschungsfabrik Arena 2036 der Uni Stuttgart. „Hier haben sich spontan acht Helfer bereit erklärt, in Acht-Stunden-Schichten jeden Tag Schutzschilde zu produzieren und das über einen Zeitraum von mehr als einer Woche“, berichtet Lichtl. Mehrere Hundert Visiere pro Tag werden dort zusammengebaut, desinfiziert, verpackt – komplett ehrenamtlich. Beteiligt sind auch das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt sowie Partnerunternehmen und Forschungseinrichtungen. Die Visiere werden dann an Kliniken und Arztpraxen mit akutem Bedarf kostenlos bereitgestellt.

Einrichtungen seien „mega dankbar“ über ehrenamtliches Engagement

Die Rückmeldungen seien überaus positiv. „Die Einrichtungen sind mega dankbar für unsere flexible Hilfe“, berichtet Lichtl. Wegen des Beginns des Sommersemesters seien zwar nicht mehr alle Schichten voll besetzt. „Aber es sind immer noch viele voll dabei“, sagt der Studentenvertreter. Auch der Stadt Stuttgart habe man Hilfe angeboten, die diese im medizinischen Bereich suche – „die haben uns auf dem Schirm“, sagt Lichtl.

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