Helene Fischer feiert in Stuttgart mit 43.000 Fans. Foto: Oliver Willikonsky - Lichtgut

Deutschlands Schlager-Popstar Nummer Eins hat es wieder getan: perfekt getanzt, perfekt gesungen, perfekt ausgesehen und mit 43000 Fans im Stadion perfekt interagiert. Helene Fischer ist ein Gesamtkunstwerk und ihre Show ein Selbstläufer.

Stuttgart - Helene Fischer hat bei ihrem ausverkauften Konzert in der Stuttgarter Mercedes-Benz-Arena, dem letzten ihrer Stadiontournee, ein bombastisches Feuerwerk im doppelten Sinn gezündet. Nebst akribisch choreografierter Pyrotechnik, entfachte sie bei ihren Fans ein Feuerwerk der Emotionen, wie es nur Helene Fischer kann. Die mutmaßlich erfolgreichste Künstlerin, die es in Deutschland derzeit gibt, hat es wieder getan: perfekt getanzt, perfekt gesungen, perfekt ausgesehen und perfekt mit dem Publikum interagiert.

Stets authentisch und nahbar

Doch ihre Perfektion wirkt zu keiner Zeit glatt oder einstudiert und genau das ist das Paradoxe am „Phänomen Helene Fischer“: bei aller Professionalität und einer bis ins kleinste Detail von einer 200-köpfigen Crew durchgeplanten und einstudierten Show, gibt sich die 33-Jährige stets authentisch und nahbar. Zu keiner Zeit wirkt sie entrückt oder exaltiert. Eigenschaften, die Stars in ihrer Liga gerne mal auf der Bühne kultivieren. Sie macht es einem schwer, sie nicht sympathisch zu finden.

Und als nach einer halben Stunde Konzert der Regen einsetzt und die Fans im Stadion klatschnass werden, macht Helene Fischer daraus den wohl pathetischsten Moment des Abends: sie stellt sich mit ihren Fans in den Regen, singt „Sonne auf der Haut“ und sagt: „Wir stehen das zusammen durch, gemeinsam im Regen. Das schweißt uns zusammen“. So schmalzig das klingt, so ernst meint sie es. Und als ihr dann auch noch vor lauter Liebe zu ihren Fans und großen Gefühlen der Dankbarkeit die Augen überlaufen, bleiben auch im Publikum nur wenige Augen trocken. Alle Schleusen offen - der Himmel, Helene, alles weint. Puh.

Außerdem im Video: Im Januar war Helene Fischer schon einmal zu Gast in Stuttgart – und hat in der Schleyer-Halle mehrere Abende hintereinander für eine ausverkaufte Halle gesorgt. Sehen Sie im Video, wie Fischer damals die Stuttgarter Fans begeisterte.

Experten nennen das, was sie macht „transgenerational“

Helene Fischer gibt ihren Fans trotz ihrer fast unheimlichen Perfektion das Gefühl, eine gute Freundin zu sein, die ihrer „Crowd“ drei Stunden lang das liefert, was sie aus dem Effeff kann: astreines Entertainment, irgendwo zwischen Disco-Ära-Reminiszenz, Varieté-Revue und Las-Vegas-Show. Eine Madonna oder Beyoncé würde dem Spektakel sicherlich Respekt zollen. Das ist Pomp, das ist Pathos, das ist lang, aber niemals langweilig. Die Fans im Stadion geben stehend, wippend, klatschend und tanzend den Background-Chor bei Hits wie „Flieger“, „Achterbahn“ oder „Fehlerfrei“ und natürlich bei „Atemlos“. Die Luft flirrt, Fischers Energie steckt an, ob man will oder nicht. Und wenn sie mit dem Helene-Mobil, einem offenen Pick-Up-Truck mit bunten Luftballons oben drauf, im Schritttempo durch den Zuschauer-Innenraum gefahren wird, hat das etwas Grotesk-Sakrales – wir sind Helene, Habemus Helene.

Helene hat längst ihr eigenes Genre geschaffen

Experten nennen das, was sie macht „transgenerational“: Großeltern, Eltern und Kinder – alle vereint in der Mercedes-Benz-Arena - lieben ihren Stilmix aus Schlager, Rock, Disco und Dancefloor. Was ein Rammstein-Konzert für Rockfans, ist eine Helene-Fischer-Show für Schlagerfans. Obwohl das, was sie macht längst kein Schlager im eigentlichen Sinn mehr ist. Vielmehr hat die 33-jährige, 1,60-Meter kleine große Helene ihr eigenes Genre geschaffen. Und sich selbst als Gesamtkunstwerk.

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