Nach dem 3:2 der Stuttgarter Kickers gegen den FC Nöttingen wurde nicht nur über den fünften Sieg in Serie diskutiert. Zwei Becherwürfe und eine Rote Karte gegen den Trainer sorgten für Gesprächsstoff. Welche Konsequenzen sind zu erwarten?
Stuttgart - Das Positive vorneweg: Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Oberliga mit dem 3:2 (2:0) gegen den FC Nöttingen den fünften Sieg in Serie eingefahren. Dass es vor den 2350 Zuschauern im Gazi-Stadion nach der 3:0-Führung durch die Tore von Markus Obernosterer (27./siebtes Saisontor), dem Ex-Nöttinger Niklas Kolbe (45.) und Kevin Dicklhuber (54./sechstes Saisontor) durch den Doppelschlag des früheren Kickers-Spielers Niko Dobros (71./73.) noch einmal eng wurde – Schwamm drüber. Entscheidend ist am Ende, dass der Rückstand auf den SGV Freiberg (2:0 gegen den 1. Göppinger SV) nicht anwuchs und gleichzeitig das Polster auf Platz drei auf sieben Punkte erhöht werden konnte. „Wir schauen lieber nach oben, aber das ist ein schöner Nebeneffekt“, sagte Kickers-Trainer Mustafa Ünal zur Tabellensituation.
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Länger beschäftigen dürften die Blauen dagegen unschöne Szenen außerhalb des Platzes. Zehn Minuten vor Schluss flog von der Gegengerade ein Trinkbecher über den Zaun, woraufhin der Schiedsrichter zur Seitenlinie kam und im Wiederholungsfall mit Abbruch drohte. Es blieb hitzig und nach der Partie flog ein Bierbecher von der Haupttribüne in die Nähe des Gespanns, woraufhin der Spielertunnel ausgefahren wurde. Danach entspannte sich die Lage.
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„Für die Vorkommnisse gibt es keine Entschuldigung. Das trübt die Freude über den Sieg, wir werden entsprechende Maßnahmen einleiten und hoffen auf ein mildes Urteil“, sagte Geschäftsführer Matthias Becher am Sonntag. Das Schiedsrichter-Gespann um den 32-jährigen Jochen Rottner aus Ilsfeld (gleichzeitig auch Obmann der Schiedsrichter-Gruppe Ludwigsburg) hatte die Kickers-Fans durch umstrittene Entscheidungen und fünf Gelbe Karten gegen sich aufgebracht. Nach der Partie beschwerte sich Coach Ünal über die Leistung des Unparteiischen und sah die Rote Karte. „Ich habe sachlich, ohne jede Bedrohung oder Beleidigung gesagt, dass das die bisher schwächste Schiedsrichterleistung in dieser Saison in diesem Stadion war“, erklärte der Trainer am Sonntag, „der Schiedsrichter, sagte daraufhin nur, Dankeschön, Herr Ünal, eine spätere Entschuldigung von mir schlug er aus.“
Für den als besonnen geltenden Ünal war es die erste Rote Karte in seiner Trainerlaufbahn. Schiedsrichter Rottner und seine Assistenten, einer davon pfeift für den FSV 08 Bietigheim-Bissingen, fertigten einen Sonderbericht an, der ans Sportgericht des Württembergischen Fußballverbandes (WFV) geht. Rottner sagte am Sonntag Abend gegenüber unserer Redaktion: „Das zur Rede stellen eines Gespanns, auch in der Halbzeit oder nach Spielende, zieht laut Regel eine Rote Karte nach sich. Herr Ünal hat gesagt, dass wir das mit Abstand allerschwächste Gespann seien, das er je gesehen hat. Eine respektvolle Ebene war nullkommanull vorhanden.“
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Ob Ünal im nächsten Spiel am kommenden Samstag (14.30 Uhr) beim SV Oberachern auf der Bank sitzt, muss das Sportgericht entscheiden. Danach stehen für die Blauen noch drei Spiele 2021 auf dem Programm: Daheim gegen die SF Dorfmerkingen (27. November, 14 Uhr), beim FC Astoria Walldorf II (4. Dezember, 14 Uhr) und der Hit gegen den SGV Freiberg (11. Dezember, 14 Uhr) im Gazi-Stadion.
Doch zunächst steht die Mitgliederversammlung an diesem Montag auf dem Programm. Dort können die Blauen einen Jahresüberschuss verkünden. Präsident Rainer Lorz und seine vier Mitstreiter im Präsidium stellen sich zur Wiederwahl. Neu für den Aufsichtsrat kandidieren Christian Steinle, Stefan Hencke und Steffen Müller.