Ein Bild der Zeltkirche, als sie Station in Beutelsbach gemacht hat. Foto: Evangelische Landeskirche Foto:  

Für viele Heimsheimer wird der Höhepunkt dieses Sommers erst Ende September sein, Dann wird die „Kirche im Zelt“, eine Aktion der evangelischen Landeskirche, in der Schleglerstadt auf der „Wanne“ für 15 Tage Station machen.

Heimsheim - Für viele Heimsheimer wird der Höhepunkt dieses Sommers erst Ende September sein, also schon fast im Herbst. Dann wird die „Kirche im Zelt“, eine Aktion der evangelischen Landeskirche, in der Schleglerstadt auf der „Wanne“ Station machen. Gemeinsam mit dem Zeltpfarrer Thomas Wingert sind die Organisatoren im Moment damit beschäftigt, für die 15 Tage der Zeltkirche ein spannendes Programm auf die Beine zu stellen.

Bei Thomas Wingert passt der Nachname zu seiner Passion. „Ich bin ein Wengert im Weinberg des Herrn“, sagt er schmunzelnd. Wingert hat keine klassische Kirchengemeinde. Vier Mal im Jahr bereist er Gemeinden mit „seiner“ Zeltkirche. „Ich bin einer der letzten Berufsnomaden, sozusagen ein Wanderpfarrer“, erklärt er seine Tätigkeit grinsend. Der Pfarrer lebt während der Zeltkirche auch in dem Ort, klassisch in einem Wohnwagen, ansonsten ist er in Sulz am Eck zu Hause.

Lange Planungszeit geht der Aktion voraus

Seit Beginn des vergangenen Jahres ist der Heimsheimer Kirchengemeinderat damit beschäftigt, die Kirche im Zelt zu planen. „Man muss Thomas Wingert und sein Team einladen“, erklärt Pfarrer Christian Tsalos. Andrea Klingel, die im sogenannten Organisationskernteam ist, ergänzt: „Thomas Wingert und sein Zeltmeister kommen in die Gemeinde und präsentieren ihr Projekt, dann wird gemeinsam geschaut, ob und wie sich das realisieren lässt.“

Denn nicht nur personell ist solch eine Zeltkirche mit großem Aufwand verbunden, schließlich wollen 15 Abendveranstaltungen, ein Kinderprogramm und Gottesdienste geplant und organisiert, Redner eingeladen und die Bewirtung geplant sein. Auch finanziell stellt dies die Gemeinde vor eine große Herausforderung.

Ungefähr 30 000 Euro wird sie die Veranstaltung kosten, schätzen die Organisatoren. „Deswegen haben wir einen Aufruf gestartet und sind immer noch auf der Suche nach Sponsoren: Firmen, Privatpersonen, alle sind herzlich eingeladen, uns zu unterstützen“, betont Andrea Klingel noch einmal. Gerhard Schöps, Kirchengemeinderat und Mitglied des Organisationskernteams, erläutert: „Wir wollen, dass die Leute sich bei uns wohl fühlen, deswegen werden Getränke sowie Fingerfood und Snacks durchgängig kostenlos sein.“

Der Zeltkirchenpfarrer Thomas Wingert bekräftigt: „Das ist Teil des Konzepts der Zeltkirche. Wir laden die Leute ein, um mit uns gemeinsam Gott zu feiern. Sie sollen sagen: Wow, hier isch’s eifach schee.“ Bewusst sind die Veranstaltungen deswegen immer nur auf eine Dauer von knapp anderthalb Stunden angesetzt. Danach soll es die Möglichkeit geben, noch zusammenzusitzen und den Abend gemütlich mit einer Flasche Bier oder einem Glas Wein ausklingen zu lassen.

Viel Platz für die Ökumene

Andrea Klingel bekommt richtig glänzende Augen vor Begeisterung, wenn sie von ihrem Projekt spricht: „Klar ist es stressig und es gibt viel zu organisieren, aber es macht einfach so viel Spaß und es ist spannend.“ Man stehe mit Leuten, die man sonst nur aus Funk und Fernsehen kenne, plötzlich in persönlichem Kontakt, berichtet die Organisatorin. Auch wenn die Initiative und die Verantwortung der Zeltkirche in den Händen der evangelischen Kirchengemeinde in Heimsheim liegen, so betonen alle, sei hier auch viel Platz für Ökumene: Die katholische Kirchengemeinde, die Liebenzeller Gemeinschaft sowie die Neuapostolische Kirche und Vereine wie Feuerwehr oder Turnverein haben ihre Unterstützung für die Aktion angekündigt.

Und zu den Gottesdiensten sind Menschen aller Glaubensausrichtungen willkommen. Diese finden immer an den Sonntagen statt, zusätzlich dazu wird es einen sogenannten „Erlebnisgottesdienst“ geben, bei dem das „zu Gott Finden und die Nähe zu Gott“ im Mittelpunkt stehen solle, erläutert Thomas Wingert. Die Verantwortlichen sind sich auf jeden Fall schon jetzt ganz sicher: „Das wird ein voller Erfolg.“ Wer sich noch einbringen möchte, der kann sich gerne bei der evangelischen Kirchengemeinde in Heimsheim melden, es werden noch helfende Hände gesucht.