Uwe Rupp freut sich auf seine neue Herausforderung. Foto: Gorr/Archiv

Der ehemalige Bürgermeister wird Hauptamtsleiter in Neuenbürg. Unter 13 Bewerbern wurde er mit großer Mehrheit gewählt. Auch in Heimsheim freut man sich, dass der vor sieben Monaten abgewählte Rupp jetzt eine berufliche Zukunft hat.

Heimsheim - Im April ist Uwe Rupp nach acht Jahren als Rathauschef in Heimsheim abgewählt worden. Nun bekommt er eine neue Aufgabe: Die 7500-Einwohner-Stadt Neuenbürg südwestlich von Pforzheim hat den 51-Jährigen zum Hauptamtsleiter gewählt. Der Ex-Schultes freut sich über seinen neuen Job, und auch in Heimsheim ist man erleichtert, dass der im Streit geschiedene Rupp jetzt eine neue Stelle hat.

Eigentlich wollte Uwe Rupp nach seiner Wahlniederlage, die ihn tief enttäuscht hat, nicht mehr in den öffentlichen Dienst. Doch nun hat er es sich offensichtlich anders überlegt. „Das ist ein interessantes Aufgabenfeld, auf das freue ich mich“, sagt er gegenüber der örtlichen Presse. Als Mountainbiker sei ihm Neuenbürg bekannt, als Widder gebe er auch nicht so schnell auf. Klar ist für ihn, dass er nicht mehr als Bürgermeister antreten will.

Zwölf Mitbewerber

So sah er die Stellenanzeige der Stadt Neuenbürg, hat sich beworben und im Gemeinderat gegen zwölf Mitbewerber durchgesetzt. „Der Rat hat sich mit deutlicher Mehrheit für ihn ausgesprochen“, sagt der dortige Bürgermeister Horst Martin. „Wir sind froh, dass wir jemand gefunden haben, der schon im Hauptamt tätig war.“

Der Diplom-Verwaltungswirt war schließlich erst Ratsschreiber in Eislingen und Hauptamtsleiter in Ölbronn-Dürn ebenfalls im Enzkreis, bevor er sich 2005 in einem knappen Rennen gegen den Renninger Amtsleiter Stefan Feigl mit 91 Stimmen Vorsprung bei der Bürgermeisterwahl in Heimsheim durchsetzte.

Dass sich Rupp als ehemaliger Bürgermeister in die Neuenbürger Verwaltung einordnet, daran hat sein neuer Chef keine Zweifel: „Ich habe keinerlei Bedenken. Er hat selbst gesagt, dass der Bürgermeister für ihn passé ist.“ Er sei froh, dass sich der neue Hauptamtsleiter nicht mehr einarbeiten müsse. Immerhin steht er dem wichtigsten Amt der Verwaltung vor, mit Zuständigkeit für alle Fachbereiche.

„Fachliche Qualifikation stand bei uns im Vordergrund“

Dass Rupp in Heimsheim gegen Ende seiner Amtszeit mit dem Gemeinderat über Kreuz war und stark in der Kritik stand, weil er sich ein Grundstück im Gebiet Lailberg als Bauerwartungsland gesichert hatte, spielt keine Rolle mehr. „Vielleicht war das bei manchem Gemeinderat im Hinterkopf, aber die fachliche Qualifikation stand bei uns im Vordergrund“, sagt der Bürgermeister Horst Martin. Die Lage in Heimsheim wolle er nicht beurteilen.

In Heimsheim herrscht Erleichterung, dass Uwe Rupp nun einen neuen Job hat. „Ich freue mich für ihn“, sagt der Vize-Bürgermeister Walter Müller (CDU). „Ich bin überrascht, dass er so zügig etwas gefunden hat.“ Schließlich gebe es solche Leitungsjobs in der Kommunalverwaltung nicht gerade wie Sand am Meer. Die Hauptamtsleitung entspreche seinem Werdegang. Müller: „Er muss ja auch den Lebensunterhalt für sich und seine Familie bestreiten.“

Auch Gaby Wulf, die Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Heimsheim“ (BfH), sagt: „Es überrascht mich nicht, dass er wieder in der Verwaltung arbeiten will.“ Eher schon, wie die Neuenbürger die Streitereien in Heimsheim bewerten. Zur Erinnerung: der Gemeinderat hatte geschlossen eine Dienstaufsichtsbeschwerde eingereicht und Anwälte eingeschaltet.

Doch dies ist Vergangenheit, man blickt unter dem neuen Bürgermeister Jürgen Troll längst nach vorne. „Es ist ja sein gutes Recht, mit 51 Jahren ist er noch viel zu jung für die Rente“, sagt Gaby Wulf. Ein Wahlamt berge nun mal das Risiko der Abwahl, daher sei das nun für ihn die beste Lösung.

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