Auf der Wiese zwischen der Schule (links) und der Stadthalle werden die Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt. Das Bild ist im Sommer aufgenommen worden. Foto: Andreas Gorr

Bis zum Jahresende muss die Stadt 167 Asylbewerber aufnehmen – und sucht weiterhin Wohnraum.

Heimsheim - Eigentlich sollten die fünf Container zwischen der Schul- und der Förichstraße längst stehen. Und auch schon bewohnt sein. Doch außer ein paar Streuobstbäumen steht auf dem Gelände zwischen Stadthalle und Ludwig-Uhland-Schule noch nichts. Der Grund: die schwierige Topografie. „Das Gelände hat seine Tücken, es ist nicht einfach, dort Container aufzustellen“ , erklärte der Bürgermeister Jürgen Troll. Der Landkreis hat seine Planung noch einmal überarbeitet. Die Bagger müssen bald anrollen. Denn schon im Mai will der Kreis die ersten Flüchtlinge in der Wohnanlage unterbringen.

Laut einer kreisweiten Prognose des Enz-Landratsamt in Pforzheim muss die Schlegerstadt bis zum Jahresende 167 Asylbewerber aufnehmen. Die meisten kommen in die sogenannte Erstunterbringung, für die der Landkreis zuständig ist.

Ursprünglich wollte die Kreisbehörde zwischen Schule und Stadthalle nur fünf Wohncontainer mit Sanitär- und Gruppenräumen für 50 bis maximal 70 Personen aufstellen. Doch das reicht nicht. Wegen des nicht abreißen wollenden Flüchtlingsstroms hat der Kreis inzwischen die Zahlen nun nach oben korrigiert.

„Wir müssen mit 70 bis 98 Menschen rechnen“, erklärte Jürgen Troll in der öffentlichen Gemeinderatssitzung am Montagabend. Und das bedeutet, dass die geplante Anlage zu klein ist. Um mehr Platz zu schaffen, will der Landkreis nun die beiden Module, die talseitig aufgestellt werden, um zwei weitere Module aufstocken – aus fünf mach sieben.

Der Gemeinderat hat dafür am Montag grünes Licht gegeben. „Wir haben damit gerechnet, dass langfristig aufgestockt werden muss“, sagte Jürgen Troll. Nun werde eben von Anfang an bei zwei Stellen höher gebaut. Sabine Kiedaisch (Bürger für Heimsheim, BfH) wies allerdings darauf hin, dass es in einer größeren Anlage mit mehr Menschen auch größere Außenflächen und Sozialräume braucht.

Wie berichtet, kamen für diese Anlage mehrere Grundstücke in Betracht, so auch eines an der Autobahn und ein weiteres im Gewerbegebiet Egelsee. Nach intensiver Abwägung entschied sich der Gemeinderat im Herbst jedoch einstimmig für das Gelände zwischen Schul- und Förichstraße. Doch damit scheint nicht jeder einverstanden zu sein. Walter Gommel von der Unabhängigen Wählervereinigung brachte erneut die Sorgen einiger Eltern wegen der Nähe zur Schule aufs Tapet.

Doch der Bürgermeister wollte nicht diskutieren. „Vielleicht lassen sich nicht alle Bedenken beseitigen“, erklärte Troll. „Doch der Landrat hat zugesichert, dass er bei der Auswahl der Menschen, die zu uns kommen, ein Auge drauf hat.“ CDU-Rat Ralf Rüth betonte noch einmal die Einstimmigkeit des Gremiumsbeschlusses, BfH-Rätin Gaby Wulff bat um Akzeptanz in der Bevölkerung. Der Rat habe sich die Entscheidung nicht leicht gemacht: „Uns war es aber wichtig, dass wir keine Halle besetzen. Denn das wäre die Alternative.

Ein Großteil der mehr als 160 Flüchtlinge kommt also in den Containern zwischen Schule und Stadthalle unter. Doch die Stadt kann sich nicht entspannt zurücklehnen, ist sie doch für die Anschlussunterbringung zuständig. „Da geht der Kelch an keinem vorbei“, erklärte der Bürgermeister Troll. Doch die Suche nach dezentralem Wohnraum scheint gut zu laufen. „Wir bekommen immer wieder von Bürgern Wohnungen zur Miete angeboten. Und darüber sind wir sehr dankbar“, so Troll. Und: „Wir müssen uns gerade keine Gedanken über eigene Gebäude machen.“

Derzeit hat die Stadt 30 Asylbewerber dezentral untergebracht – und hat noch Platz in petto. Der Schultes ist zuversichtlich, dass seine Stadt die erwarteten 167 Flüchtlinge unterbringen kann. Und hofft, dass es dank der vielen Ehrenamtlichen dann auch mit der Integration gut klappt.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: