Volker Ruckhaberle (links) hilft den Senioren beim Aussteigen. Foto: Andreas Gorr

Der Weg zum nächsten Supermarkt ist oft weit. Vor allem im Alter. Der Seniorenrat, die Stadt und das Haus Heckengäu bieten daher seit einigen Wochen einen Einkaufs-Fahrdienst zum Supermarkt, zum Bäcker oder auch zum nächsten Briefkasten an.

Heimsheim - Der Weg zum nächsten Supermarkt ist oft weit. Vor allem im Alter. Der Seniorenrat, die Stadt und das Haus Heckengäu bieten daher seit einigen Wochen einen Einkaufs-Fahrdienst zum Supermarkt, zum Bäcker oder auch zum nächsten Briefkasten an. „Die Senioren haben damit die Möglichkeit, kostenlos zu den Einkaufsmöglichkeiten gebracht zu werden“, erklärt Kurt Titz-Packmor, der Vize-Vorsitzende des Stadtseniorenrates.

Die Idee wurde vom Sohn eines Vorstandsmitglieds entwickelt. Die Mitglieder waren begeistert, daher kontaktierte der Seniorenrat das Haus Heckengäu. Das Seniorenheim war ebenfalls sehr angetan. „Sie haben einen Bus zur Verfügung gestellt“, berichtet Titz-Packmor, „er wird von Ehrenamtlichen gefahren, die in Schichten eingeteilt sind.“ Ein bis zweimal pro Monat hat jeder der zehn Ehrenamtlichen Dienst. Ursprünglich war geplant, dass die Stadt Extra-Haltepunkte für Senioren einrichtet. Doch der Aufwand war zu groß. Stattdessen fährt der Bus direkt vor die Haustür der Gäste.

Der Service kommt an. „Mit zwei operierten Knien konnte ich nicht mehr selbstständig zum Einkaufen gehen. Ich musste Nachbarn um Hilfe bitten“, berichtet eine Seniorin, „der Dienst ist etwas Tolles!“ Senioren werden jeden Dienstag- und Donnerstagnachmittag vor der eigenen Haustüre mitgenommen und zu Einkaufsläden innerhalb der Stadt gefahren.

Das Alter spielt dabei keine Rolle. „Der Dienst ist für Senioren gedacht. Allerdings nehmen wir auch Menschen ab 50 mit, natürlich prüfen wir das Alter nicht “, schmunzelt Kurt Titz-Packmor. Der Seniorenrat freut sich, dass der Service häufig in Anspruch genommen wird. Die Anzahl der Fahrgäste pro Nachmittag variiert. Mal gab es gleich mehrere Interessenten, aber auch schon Nachmittage ohne Fahrgäste.

Viele der über den Dienst informierten Senioren sind mittlerweile Stammgast des Heckengäu-Busses. „Ich glaube, dass die Anzahl der Fahrgäste in der kälteren Jahreszeit noch steigen werden“, so Titz-Packmor weiter, „das Angebot besteht ja auch erst seit Anfang Juli. Wir sind optimistisch, dass die Nachfrage weiter nach oben gehen wird.“ Genug Kapazität kann der seniorengerechte Bus des Hauses Heckengäu jedenfalls aufweisen: Er ist mit neun Sitzplätzen, jeweils in Dreierreihen ausgestattet. So entstehen automatisch Unterhaltungen zwischen Fahrgästen und auch dem Fahrer. Im Kofferraum ist ausreichend Platz, um die Einkäufe der Senioren zu verstauen. „Dabei muss aufgepasst werden, dass nichts durcheinandergerät“, witzelt etwa der ehrenamtliche Fahrer Volker Ruckhaberle. Eine extra Treppenstufe an der Tür sorgt für Komfort beim Aussteigen.

Helfen die Freiwilligen den Senioren auch beim Einkaufen? Oder beschränkt sich der Dienst nur auf das Chauffieren? „Je nachdem, wie viele Gäste wir haben“, erklärt Kurt Titz-Packmor. „Bei wenig Andrang wird auch mal das Leergut mit abgegeben.“ Oder sie helfen dabei, die schweren Einkaufstüten in den Bus einzuladen und bis zur Haustür zu bringen.