Eine vierköpfige rumänische Bande hat den Enzkreis mit Einbrüchen überzogen. Foto: dpa

Erst seit wenigen Monaten hat die Pforzheimer Polizeidirektion eine ständige Sondereinheit für Wohnungseinbrüche. Nun hat sie ihren ersten großen Coup gelandet. Vier rumänische Einbrecher zwischen 23 und 27 Jahren, die im Enzkreis insgesamt 20 Einbrüche organisiert haben, sind ihr jetzt ins Netz gegangen. Auch Heimsheim war Tatort.

Heimsheim - Erst seit wenigen Monaten hat die Pforzheimer Polizeidirektion eine ständige Sondereinheit für Wohnungseinbrüche. Nun hat sie ihren ersten großen Coup gelandet. Vier rumänische Einbrecher zwischen 23 und 27 Jahren, die im Enzkreis insgesamt 20 Einbrüche organisiert haben, sind ihr jetzt ins Netz gegangen. Auch Heimsheim war Tatort.

Die seit drei Jahren in Pforzheim lebenden Einbrecher sind sehr professionell vorgegangen. „Sie waren immer zu zweit unterwegs“, erklärt Frank Otruba, der Sprecher der Polizei, „einer hat ausgespäht, es war immer ein Auto vor Ort.“ In wechselnden Besetzungen haben die Diebe immer am Freitag Abend oder am Samstag zugeschlagen. Das Muster lief immer gleich ab. „Einer hat geklingelt, wenn niemand aufgemacht hat, sind sie von hinten durch Fenster oder die Balkontür eingestiegen.“ Erbeutet haben sie unzählige Uhren, Schmuck, Laptops oder andere Kleingeräte, und Bargeld.

Beute von 120 000 Euro

Beute im Wert von 120 000 Euro

Insgesamt 20 000 Euro Schaden sind entstanden, die ergaunerten Gegenstände und das Geld hatten einen Wert von 120 000 Euro. Die Wertgegenstände und das Geld sind sofort nach Rumänien verschachert worden. Wie kam die Polizei den Langfingern auf die Spur? Die erst im Juni eingerichtete Ermittlungsgruppe „Einbruch“ hat verdeckt ermittelt. „Wir hatten einen Verdacht gegen die Gruppe“, erklärt Frank Otruba. Bei einem Einbruch in Ötisheim im Enzkreis schlug eine Spezialeinheit zu und hat drei der vier Einbrecher auf frischer Tat ertappt. Den Haupttäter konnten sie schließlich mit DNA-Spuren überführen. „Wir arbeiten gezielt mit solchen DNA-Abgleichen, was nicht immer üblich ist“, erklärt der Polizeisprecher. Dadurch sei die Aufklärungsquote verdoppelt worden.

So konnten die Ermittler nach und nach bis zu 20 Fälle dem Verbrecherquartett zuordnen. Quer durch den Enzkreis haben sie zugeschlagen, und teilweise sogar im Kreis Karlsruhe. Auch Heimsheim und Wiernsheim waren im Visier der rumänischen Bande, und natürlich in der Stadt Pforzheim selbst. „Wir sind noch nicht am Ende der Ermittlungen“, erklärt Otruba. Möglicherweise könne man noch mehr Fälle den Osteuropäern zuordnen.

Immerhin wurden unzählige gestohlene Stücke sichergestellt, und zum Teil schon wieder ihren Besitzern zurückgegeben. „Wir haben noch etwa 70 bis 80 Gegenstände, die noch nicht zugewiesen werden konnten“, erklärt der Polizeisprecher. Auf der Homepage des BKA gebe es einen Link zur „Securius“-Datenbank, dort seien alle unidentifizierten Waren zu sehen.

Den Tätern drohen lange Haftstrafen

Die vier Täter sitzen nun in Untersuchungshaft. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft hat auf der Pressekonferenz in Pforzheim erklärt, für normalen Einbruch gebe es mindestens ein Jahr Haft, bei gewerbsmäßigem Bandendiebstahl liege das Strafmaß zwischen einem und zehn Jahren. „Wir haben gerade in diesem Jahr verstärkt das Problem mit osteuropäischen Banden“, erklärt der Polizeisprecher. Im Enzkreis habe es 500 Einbrüche gegeben, doppelt so viele wie im Vorjahr.

Das sei auch der Grund, warum die Ermittlungsgruppe „Einbruch“ inzwischen das ganze Jahr über tätig sei. Die Ordnungshüter raten den Bürgern: „Es hilft, Anwesenheit vorzutäuschen.“

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