Das Flachdach und die Glas-Fassade im „Haus Heckengäu“ sind undicht und müssen saniert werden.Foto: Hans Jörg Ernst Foto:  

Das „Haus Heckengäu“ muss saniert werden. Sowohl das Flachdach als auch die Glasfassaden sind undicht geworden. Der Pflegebetrieb soll indes parallel weiterlaufen. Wie dies vonstatten geht, muss noch geklärt werden.

Heimsheim - Es ist ein ganz schön dicker Brocken, der da auf den „Zweckverband Altenpflegeheim Heckengäu“ zukommt: Im „Haus Heckengäu“ in Heimsheim gibt es Feuchteschäden im Bereich des Flachdachs und der Fassade. Ein Sachverständiger stellte im Oktober 2013 fest, dass die Ausführung der Glas-Fassaden nicht den Regeln der Technik entspricht. Die undichten Stellen seien auf Ausführungsfehler zurückzuführen. Zudem wurden bei einer Brandverhütungsschau 2013 technische Mängel festgestellt. Als dritter Punkt kommen noch die neuen Bestimmungen der Landesheimbauverordnung hinzu. Die sieht eine Unterbringung in Einzelzimmern vor und muss bis 2021 umgesetzt sein. Die Kosten für die Ende Juli beschlossene Maßnahme belaufen sich auf rund zwei Millionen Euro.

Konkrete Planungen für den Übergang folgen noch

Umbau- und Sanierung sollen im laufenden Pflegebetrieb erfolgen. „Es wird Auswirkungen geben, aber wie und wann, dazu müssen wir die konkreten Planungen abwarten“, erklärt die Heimleiterin Tina Laubengeiger. Damit hat der Zweckverband als Bauträger die AS-Planungsgesellschaft aus Pforzheim beauftragt. „Wir werden im laufenden Betrieb abschnittsweise umbauen und so viele Plätze, wie möglich, erhalten“, informierte der Geschäftsführer der AS-Planungsgesellschaft Stefan Voigt. Mit einem Baubeginn der rund einjährigen Umbau- und Sanierungsmaßnahme rechnet Voigt im Februar oder März 2016. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden.

Die Maßnahmen umfassen unter anderem eine Sanierung an der Gebäudesubstanz, insbesondere im Dachbereich und im Fassadenbereich an den zum Teil durchgefaulten Fenstern.

1,5 Millionen Euro allein für den Brandschutz

Hinzu kommt der Brandschutz, beispielsweise mit einer geforderten flächendeckenden Brandmeldeanlage. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Hinzu kommen etwa 400 000 Euro für die Umsetzung der Landesheimbauverordnung mit dem gesetzlich vorgeschriebenen Rückbau der Doppelzimmer in Einzelzimmer und die Umgestaltung der Aufenthaltsbereiche. In einem Nachtragshaushalt hat der Zweckverband zwei Millionen Euro eingestellt, die über einen Kredit finanziert werden sollen. Die Tilgung wird nach den Belegungstagen von stationärer Pflege und Tagespflege auf die Verbandsgemeinden umgelegt.

Der Zweckverband, in dem sich sieben Heckengäu-Gemeinden zusammengeschlossen haben, hat das Altenpflegeheim in Heimsheim 1996 gebaut. Betrieben wird das Pflegeheim jedoch nicht vom Zweckverband selbst, sondern von Anfang an durch das Wohlfahrtswerk für Baden-Württemberg, einer Stiftung mit Sitz in Stuttgart. „Das ist schon ein außergewöhnliches Modell hier im Heckengäu“, lobt Tina Laubengeiger, die das Haus leitet, den Zusammenschluss der Trägergemeinden.