Musik, die bei eiskalten Temperaturen das Herz wärmt: die Gruppe B human aus Singen. Foto:  

Das kalte Wetter hat die Winnender am Samstag nicht abgehalten, die Konzerte auf zwei Bühnen am Kronenplatz und auf dem Kärcher-Gelände zu besuchen. Stimmung hat am Sonntag auch beim Mopsrennen geherrscht.

Winnenden - Nur Schneetreiben hat noch gefehlt, sonst wäre die Wettermisere am Samstag in Winnenden perfekt gewesen. Dennoch haben es sich unverwüstliche Festbesucher nicht nehmen lassen, bei grad mal vier Grad auf die Gass’ zu gehen und zu schauen, was am Baden-Württemberg-Tag der Heimattage 2019 so alles geboten wird. Schließlich waren nicht nur die Stände der Leistungsschau bereits aufgebaut, auf dem Kronenplatz wurde von 14 Uhr an Live-Musik geboten, abends spielte hier die schwäbische Folkrock-Gruppe Wendrsonn und auf der Bühne im Kärcher-Areal das SWR1-Festival mit Fools Garden, Glasperlenspiel und der SWR1-Band.

A cappella werden Technikprobleme gelöst

Die Bühnentechnik hatte bei der kalten Witterung mit einigen Tücken zu kämpfen. Mitten im Auftritt der Fischer-Chöre, die den Sing-Your-City-Song-Contest einleiteten, setzte mit einem lauten Knarzen die Hintergrundmusik aus. „Jetzt ist das Playback verreckt“, entfuhr es dem Moderator Hans Derer, der den Wettbewerb organisiert hatte. Das Publikum nahm es mit Heiterkeit, live ist eben live. Und Fischers Sänger setzten ihr Lied „Sing mit“ einfach a cappella fort. Der fast 91-jährige Dirigent legte dazu ein Tänzchen hin.

16 Gruppen und Einzelinterpreten gingen an den Start, darunter Elisa-Marie Kraus aus Leutenbach-Nellmersbach, die mit zwölf Jahren die jüngste Teilnehmerin war. Beworben hatten sich auch Gruppen von außerhalb Winnendens wie B Human aus Singen, Des Duo aus Kirchheim Teck oder Ala Heiler aus Stuttgart.

Zuhörer des Pop-Festivals sind begeistert

„Bei 25 Grad und Sonnenschein kann jeder feiern“, sagte der Innenminister Thomas Strobl am Sonntag zu der Schar von Besuchern die wieder zur Bühne auf dem Kärcher-Gelände gekommen war. Am Samstagabend hatten am selben Ort 4000 begeisterte Zuhörer zuerst Fools Garden und dann die Gruppe Glasperlenspiel beim SWR1-Festival erlebt. „Trotz der Kälte eine großartige Sache“, meinte einer der Besucher. Durchs Tanzen werde es einem ja auch warm.

Strobl trat in seiner Funktion als stellvertretender Ministerpräsident auf, denn die Heimattage, so erklärte er, sind bei der Landesregierung nicht einem oder mehreren Ressorts unterstellt, sondern direkt beim Ministerpräsidenten. Winfrid Kretschmann wird im September nach Winnenden kommen, wenn die nächste Großveranstaltung der Heimattage stattfindet: die Landesfesttage.

Heimat heißt auch miteinander zu leben

Die Heimattage finden immer abwechselnd in einem der vier Regierungsbezirke des Landes statt. Turnusgemäß wäre Winnenden dieses Jahr gar nicht an der Reihe gewesen. Anlässlich des zehnten Jahrestages des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen fiel die Wahl jedoch auf die Stadt. „Eine gute und kluge Entscheidung“, sagte Strobl, denn Heimat bedeute auch, miteinander zu leben und miteinander Schicksalsschläge zu bewältigen.

„Den Schwachen zu helfen, wo sie sich selbst nicht helfen können, das bedeutet für mich auch Heimat“, sagte Hartmut Jenner, der Vorstandsvorsitzende von Kärcher während des Empfangs für den Innenminister. Das Familienunternehmen engagiere sich auf vielfältige Weise für Menschen mit Handicap., unter anderem durch Beschäftigung. „Als Gleiche unter Gleichen.“

Ein Mopsrennen zu Ehren des Maskottchens

Der „weltweit bekannteste Putzmann“ – SWR-Moderatorin Stefanie Anhalt zu Jenner – konnte es sich nicht verkneifen, auch zum Thema Heimat dem Publikum seine beliebte Frage zu stellen: „Wer hat ein Kärcher-Gerät zu Hause? Hand hoch! Und wer nicht?“

„Sauber“, fand der Minister schließlich, was in Winnenden an dem Wochenende alles passierte. Unter anderem gab es noch das Mopsrennen zu Ehren des Winnender Maskottchens. Die kleinen Hunde wetzten auf einer 40 Meter langen Rennstrecke um die Wette. Da am Sonntag besseres Wetter herrschte, kamen auch viel mehre Besucher nach Winnenden. Rund 20 000 schätzten die Veranstalter, denen darüber dann richtig warm ums Herz wurde.

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