Heino gastiert bei freiem Eintritt am 3. Mai auf der Brühlwiese Foto: Privat

Zehn Leuchtturm-Wochenenden gibt es bei den Heimattagen-Baden-Württemberg, die an diesem Samstag in Waiblingen beginnen.

Waiblingen - Caramba! Spätestens am kommenden Samstagabend dürfte jedem Bewohner der Kernstadt klar sein, welches Spektakel sich da vor seiner Haustür abspielt. Denn um 22 Uhr, wenn so mancher Waiblinger wohl schon den Schlafrock übergestreift hat, gibt’s echten Rock. Von wegen Nachruhe: Als passendes „Sahnehäubchen“ des vom Sender SWR4 organisierten Chorduells klettert Schlagerstar Heino auf die Bühne der Brühlwiese beim Bürgerzentrum. Doch was heißt Schlager: Der blonde Barde mit der Sonnenbrille lässt es mit seinem neuen Programm „Mit freundlichen Grüßen“ krachen, dass die erwarteten 5000 Besucher auf ihre Kosten kommen – und fast die gesamte Bürgerschaft dank der obligatorischen Lautsprechertürme mitbeschallt werden dürfte. Das erste Konzerte nach dem fiesen „Nazi“-Vorwurf durch Rapper Jan Delay vergangene Woche führt den 75-jährigen, gebürtigen Düsseldorfer Heino (bürgerlich: Heinz Georg Kramm) ans Ufer der Rems.

Seit sechs Jahren, als Waiblingen vom Landesausschuss Heimatpflege Baden-Württemberg den Zuschlag für die mittlerweile 37. Heimattage erhielt, arbeiten Rathausbeamte wie ehrenamtlich Engagierte aus Vereinen, Schulen, Kindergärten, Kultureinrichtungen oder Firmen daran, ein Programm „zum Erleben, Mitmachen, Staunen und Nachdenken“ (OB Andreas Hesky) auf die Beine zu stellen. Baden-Württembergs Staatsministerin Silke Krebs erklärte im Rahmen einer Pressekonferenz in der Kunstschule Unteres Remstal am Montag: „Jeder definiert Heimat ein bisschen anders – sei es über vertraute Orte, gemeinsames Erleben mit der Nachbarschaft und in Vereinen, traditionelle Feste oder vertrautes Essen. Die Heimattage beleuchten die unterschiedlichen Facetten dieses Begriffs und lassen so Heimat lebendig werden.“

Heimattage sind nicht auf Waiblingen beschränkt

Insgesamt zehn Waiblinger Leuchtturm-Wochenenden wird es bis in den Herbst geben, erläutert OB Hesky. Mit einem Programm, das nicht eingekauft, sondern selber gemacht sei, durch das großartige Engagement vieler Waiblinger Bürger. „Der Funke ist auf die Menschen bereits übergesprungen, alle fiebern darauf, dass es nun am Samstag endlich losgeht.“

Das Gesamtbudget liegt bei 850 000 Euro. Das Land ist mit einem Zuschuss in Höhe von 220 000 Euro dabei, viele Sponsoren beteiligen sich mit insgesamt 450 000 Euro, den Rest zahlt die Stadt. Die Heimattage sind jedoch nicht auf Waiblingen beschränkt, vielmehr sich „auch die Kommunen drumherum“ mit dabei, so Hesky. Der OB verweist hierbei auf die parallel stattfindenden Erinnerungen an den Bauernaufstand „Armer Konrad“ vor 500 Jahren im Remstal. Rechtzeitig hierzu hat man in Waiblingen das neu konzipierte Haus der Stadtgeschichte fertig bekommen, das am 10. Mai mit einer Sonderausstellung zu eben jener Revolte eröffnet wird.

Ein weiteres interkommunales Ereignis, das Interessenten aus dem ganzen Südwesten anlocken dürfte, wurde eher an den Schluss der Heimattage platziert. Es ist der erste Remstal-Marathon. Hintergrund, so Hesky scherzhaft: Beim Blick auf die Landkarte wurde festgestellt, dass zwischen Waiblingen und Schwäbisch Gmünd 42,195 Kilometer liegen, also exakt die Marathondistanz. Tatsächlich ist er aber eine Verknüpfung der Stadt der Heimattage mit der Stadt der diesjährigen Landesgartenschau.

Der Lauf findet am Sonntag, 28. September 2014, statt; Start um 9.30 Uhr auf der Brühlwiese, von dort geht zumeist am Remsufer weiter, mit Abstechern in die Ortskerne, denn jede Remstalkommune dazwischen beteiligt sich mit einem eigenen Läuferfest. Hesky sieht in dem Remstal-Marathon durchaus Potenzial, soll dieser doch eine dauerhafte Einrichtung werden und künftig jährlich stattfinden – Start abwechselnd mal in Waiblingen und mal in Gmünd. Der Stuttgart-Lauf Ende Juni übrigens führt traditionell nur über die halbe Marathondistanz.

Ein ausgiebiges Konditionstraining muss Hesky übrigens vorher nicht vollziehen. Die Rathauschefs haben sich entschlossen, ihren Beitrag in Form einer Staffel zu leisten – so dass der Waiblinger OB lediglich die gut sechs Kilometer bis Weinstadt zur Übergabe an seinen Amtskollegen Jürgen Oswald joggenderweise absolvieren muss.

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