Ute und Heinz Weiß sowie Monika Münzenmayer (von links) freuen sich über die Auszeichnung für die Rohrer Hexenschaft. Foto: Christoph Kutzer

Seit einem Vierteljahrhundert narren die Rohrer Waldhexen die Bürger. Der Heimatring hat die Zunft für ihr karnevalistisches Treiben geehrt. Dafür haben sich die Mitglieder eigens ins „Feindesland“ gewagt.

Vaihingen/Rohr - Das Häs hatte Monika Münzenmayer, seit 2015 Zunftmeisterin der Rohrer Waldhexen, bei ihrem Besuch in der Alten Kelter zuhause gelassen. In Zivil hat die 49-Jährige am Dienstagabend an der Jahresversammlung des Heimatrings Vaihingen/Rohr teilgenommen. Keine Woche nach dem Narrentrauertag Aschermittwoch gab es für sie bereits wieder besonderen Grund zur Freude: Wolfgang Meinhardt, Bezirksvorsteher und Vorsitzender des Heimatrings, überreichte ihr stellvertretend für die 1992 ins Leben gerufene Rohrer Hexenschaft eine Urkunde, mit der die Stadt Stuttgart 25 Jahre karnevalistischen Einsatzes ehrt.

„Es ist schön, dass sie sich nach Vaihingen vorgewagt haben“, sagte Meinhardt und nahm damit Bezug auf die traditionellen Spitzen, mit denen sich die Rohrer Zunft und die Vaihinger gerne piesacken. „Das geht darauf zurück, dass wir in Rohr keine passende Halle haben, und daher sozusagen immer auswärts feiern müssen“, erklärte Münzenmayer schmunzelnd. „Es ist aber nur Frotzelei. Wir sind ausgesprochen gern hier.“

Karneval ist anstrengend

Neben der Zunftmeisterin waren auch der Ehrenvorsitzende Heinz Weiß und seine Frau Ute zum Heimatring gekommen. Beide haben ihre Ämter als Zunftmeister und Säckelmeisterin mehr als 20 Jahre lang bekleidet. Die Urkunde und die damit verbundene finanzielle Zuwendung sind daher auch eine Würdigung ihrer persönlichen Arbeit. Und die sollte man nicht unterschätzen. „Ganz ehrlich: so traurig ich es finde, dass die Saison nun vorüber ist, es war doch ganz schön anstrengend“, sagte Münzenmayer. Bis zum Dreikönigstag warten nun andere Aufgaben auf sie. Dann startet mit der symbolischen Erweckung der Hutteneiche das bunte Treiben der fünften Jahreszeit von Neuem.

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