An der Cannstatter Straße ist das Verkehrsaufkommen enorm - in anderen Gegenden im Osten geht es deutlich ruhiger zu. Foto: dpa

Der Osten ist ein grüner Bezirk, trotz dichter Besiedelung. Verkehr und Lärm bereiten große Probleme.

S-Ost - Der Stuttgarter Osten hat viele Gesichter. Da gibt es den fast schon brutal zu nennenden Verkehr auf den Bundesstraßen und der Cannstatter Straße, der die Menschen zur Verzweiflung bringt – und da gibt es die idyllischen Wälder auf der Waldebene Ost, in der die Menschen Ruhe und Erholung finden. Da gibt es die alten Orte mit 1000-jähriger Geschichte wie Berg oder Gaisburg – und da gibt es die neuen Stadtteile wie den Stöckach, wo man eine gewachsene Struktur vergebens sucht. Und da gibt es die exquisiten Wohngegenden wie den Frauenkopf – und es gibt viele Quartiere, in denen die Menschen fast so eng aufeinander wohnen wie im Westen.

Überhaupt ist der drittgrößte Stadtbezirk Stuttgarts trotz der vielen grünen Bereiche – auch der Park der Villa Berg und Teile des Schlossgartens gehören dazu – ein extrem dicht besiedelter Ort: Mit 7641 Einwohnern pro Quadratkilometer sind nur der Westen und der Süden noch bevölkerungsreicher. Tendenziell sind unter diesen Bewohnern viele, die wirtschaftlich nicht auf den solidesten Füßen stehen: Die Arbeitslosenquote ist höher als im Schnitt, die Zahl der Empfänger von Grundsicherung sogar deutlich höher. Doch der Osten ist mehr, als solche Zahlen nahelegen. Es ist der einzige Innenstadtbezirk am Neckar, auch wenn es schwer ist, ans Ufer zu gelangen. Dafür hat der Osten die beiden großen Mineralbäder Berg und Leuze zu bieten.

Baden-württembergische Ministerpräsident ist auch da

Die Uhlandshöhe spielt bis heute eine wichtige Rolle in der anthroposophischen Bewegung. Und immerhin hat der baden-württembergische Ministerpräsident im Osten seinen Dienstsitz, nämlich in der Villa Reitzenstein auf der Gänsheide. Winfried Kretschmann ist bei der letzten Bürgerumfrage nicht interviewt worden – aber viele Menschen im Osten drückt bei diesen Themen der Schuh: die Lärmbelästigung sei immens hoch, das Wohnungsangebot sei zu gering, und die Mieten könne man kaum noch bezahlen. Abhilfe ungewiss.


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