Die Kita Mammutzahn in Leonberg Foto: Stadt Leonberg/ 

Beim Thema Familienfreundlichkeit wünschen sich die Menschen im Raum Leonberg und Strohgäu beim Heimat-Check unserer Zeitung Verbesserungen in vielen Bereichen. Auch die Situation in den Kitas erregt bei manchen Unmut.

Langweilige Spielplätze, unsichere Straßen, fehlende Kitaplätze, zu wenig Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche: Vielfältig sind die Kritikpunkte, die im Rahmen unserer Heimat-Check-Umfrage mit Blick auf die Familienfreundlichkeit in Kommunen des ehemaligen Kreises Leonberg geäußert werden.

 

So schlecht wie es die Kommentare des Heimat-Checks vermuten lassen, fallen die Bewertungen für die Kommunen dann aber doch nicht aus: Im Zuge der nicht repräsentativen Umfrage vergeben die Leser an Rutesheim 7,53 von 10 Punkten. Damit ist die Gemeinde Spitzenreiter im ehemaligen Kreis Leonberg und belegt den zweiten Platz im gesamten Landkreis Böblingen.

Renningen, Weissach und Leonberg sind Schlusslichter

Positive Bewertungen erhalten auch Gerlingen (7,07) und Hemmingen (6,96). Die übrigen Kommunen folgen mit einigem Abstand: Weil der Stadt bekommt 5,98 Punkte, danach kommen Ditzingen (5,71) und Korntal-Münchingen (5,62). Am Ende stehen Renningen mit 5,31 Punkten, Weissach mit 5,30 Punkten, und den letzten Platz belegt Leonberg (5,23).

Die Kritikpunkte der Umfrage-Teilnehmer zeigen, was sich die Menschen in der Region von ihren Kommunen wünschen, damit sie sich als Familie wohlfühlen: Gesicherte Kinderbetreuung, sichere Straßen, interessante Spielplätze und Freizeitangebote.

Ein vielfältiges Angebot in Rutesheim

In Rutesheim sieht man sich bei diesen Aspekten gut aufgestellt. „Das ist für uns super erfreulich und ein ganz großes Lob für die sehr engagierte Arbeit unserer Mitarbeiter in unseren Einrichtungen“, freut sich der erste Beigeordnete Martin Killinger über das Ergebnis. Rutesheim biete viel für Familien mit Kindern: Killinger nennt unter anderem großzügige Sportanlagen und Spielplätze, die Arbeit des Stadtjugendreferats, das beispielsweise Freizeitangebote wie die Stadtranderholung biete, und eine gute Infrastruktur in Bezug auf Schulen und Kitas.

Eltern in Rutesheim können sich laut ihm auch auf eine zuverlässige und gute Betreuung in den Kitas verlassen. Es habe keine betriebsbedingten Schließungen gegeben, abgesehen von den Zeiten in der Coronapandemie. „Das ist heutzutage alles andere als selbstverständlich“, sagt Killinger.

Qualität der Kinderbetreuung auf Dauer nicht zu halten

In anderen Kommunen steht es um die Kinderbetreuung nicht ganz so gut. Der Landkreis Böblingen sei zwar gut aufgestellt, was Angebote für Familien angeht, sagt Ulrike Lösch von der Fachstelle Kindertagesbetreuung im Amt für Jugend am Landratsamt. In den Kitas sieht sie jedoch einen eklatanten Mangel an Betreuungsplätzen. „Zwar haben die Kommunen viel in den Ausbau von Betreuungsplätzen investiert, trotzdem sind die Wartelisten auf einen Kita-Platz in einigen Kommunen sehr lang“, schildert Lösch. Die hohen Qualitätsstandards in Kitas seien auf Dauer nicht zu halten.

Die Eltern in einigen Kommunen rund um Leonberg scheint das Thema Kindertagesbetreuung tatsächlich unzufrieden zu stimmen. Mit Blick auf Korntal-Münchingen bemängelt beispielsweise eine Person, dass in Anbetracht der zunehmenden Bebauung immer mehr Kitaplätze fehlen.

Schwierige Fachkräftesituation in den Kommunen

Auch die schwierige Personalsituation macht einigen Kommunen zu schaffen. „Es fehlen, wie überall, Fachkräfte in den Kindergärten!“, bringt es eine Person für die Gemeinde Weissach auf den Punkt. Zwar konnten dort kürzlich zwei Gruppen wieder geöffnet werden, die wegen des Personalmangels schließen mussten. Nach Aussagen von Bürgermeister Jens Millow bleibt die Fachkräftesituation jedoch weiter angespannt.

Im Schlusslicht Leonberg gibt es ebenfalls Kritik an der Kinderbetreuung: In unserer Umfrage ist von fehlenden Kitaplätzen und hohen Kosten für die Kinderbetreuung die Rede. Die Stadt betont, der Versorgungsgrad bei den über Dreijährigen betrage 95 Prozent bei 98 Prozent Nachfrage. Im Herbst und Winter würden neue Gruppen eröffnet.

15 Kitas in elf Jahren Amtszeit

Baubürgermeister Klaus Brenner sieht die Stadt in Bezug auf Familienfreundlichkeit gut aufgestellt. „Man kann an Leonberg viel kritisieren, zum Beispiel im Bereich öffentlicher Raum, aber bei Kitas und Schulen sind wir relativ gut unterwegs.“ In seiner Amtszeit seit 2013 habe die Stadt sicher 15 Kitas gebaut. „Wir müssen besser kommunizieren, wie viele Kitas wir bauen“, sagt er.

In der Umfrage wurde auch Kritik an Spielplätzen laut. Die findet Brenner zum Teil verständlich. Wenn auf den Spielplätzen Geräte ausgetauscht werden müssten, dauere es, bis diese geliefert werden. „Da kann ich den Unmut gut nachvollziehen.“