Weihnachten kann kommen. Foto: dpa

Wer an Weihnachten nicht einsam sein möchte, hat verschiedene Möglichkeiten.

Bad Cannstatt - Heiligabend allein verbringen zu müssen, ist für viele Menschen undenkbar. Doch vor allem für Senioren, die ihren Partner und auch die Freunde und Bekannten verloren haben sowie deren Familien vielleicht zu weit weg wohnen, müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen: Was tun, wenn ich an Weihnachten nicht einsam in den eigenen vier Wänden bleiben möchte?

Seit Jahrzehnten bietet beispielsweise der Seelbergtreff im Begegnungs- und Servicezentrum Bad Cannstatt die Möglichkeit, sich der Einsamkeit zu entziehen. „Wichtig ist, dass die Menschen miteinander in Kontakt kommen und sich nicht alleine fühlen“, betont der Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt Untere Neckarvororte, Jörg Utzt. Etwa 15 Senioren erwartet er am 24. Dezember an der Taubenheimstraße 87. „Alle teilen hier das gleiche Schicksal. Das schweißt zusammen.“ Es werde viel über die Vergangenheit gesprochen, „auch schon einmal Rezepte ausgetauscht“, sagt Utzt. Gefeiert wird von 15 bis 19 Uhr mit Kaffee und Kuchen, einem festlichen Abendessen, Liedern und Geschichten.

Drei Ehrenamtliche kümmern sich um etwa 40 Menschen

Auch der Verein Nächstenhilfe Lebenshilfe kümmert sich an Heiligabend um Menschen, die sich alleine fühlen und Hilfe benötigen. Der Bad Cannstatter Hans-Peter Wöhrle hat den Verein vor acht Jahren gegründet. „Es war mein großer Wunsch. Ein Traum ist damit in Erfüllung gegangen“, sagt er. Er komme ursprünglich aus dem Finanzwesen und engagiere sich nun ehrenamtlich mit zwei weiteren Personen für seine Mitmenschen.

Rund 40 Leute nehmen die Hilfe des Vereins wahr – über das ganze Jahr hinweg, nicht nur an Weihnachten. „An Heiligabend besuche ich nachmittags zwei bis drei Leute, die allesamt alleine daheim sind“, sagt Wöhrle. Er spricht mit den Menschen, hört ihnen zu, hilft wenn nötig im Haushalt. An anderen Tagen begleitet er auch zum Arzt oder zu den Behörden, erledigt Telefonate oder liest vor.

Wer an Heiligabend aber nicht unbedingt Hilfe benötigt und lieber das Tanzbein schwingen möchte, hat auch dazu in Bad Cannstatt die Gelegenheit. Am 24. Dezember steigt ab 22 Uhr an der Frachtstraße 25 noch einmal eine Rave-Party, ehe der Club zum Jahresende schließt. Zwar hätte der Betrieb auch im kommenden Jahr weitergeführt werden sollen, daraus wurde letztendlich aber doch nichts. Auch deshalb, weil es keine Übereinkunft mit den Beschwerdeführern in der Nachbarschaft gegeben habe, wie der Betreiber Joachim Pätzold mitteilt.

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