Elf Jahre lang hat Anna Weil-Baltruschat die Heilbrunnenschule geleitet. Foto: Alexandra Kratz

Anna Weil-Baltruschat geht nach elf Jahren als Rektorin der Heilbrunnenschule in Stuttgart-Möhringen in den Ruhestand. Von ihrer Abschiedsfeier hat sie bis zu deren offiziellen Eröffnung nichts gewusst.

Möhringen - An der Wand in der Turnhalle stand in großen silbernen Lettern auf buntem Papier „Auf Wiedersehen!“ Gemeint war Anna Weil-Baltruschat. Nach elf Jahren als Rektorin der Heilbrunnenschule verabschiedete sie sich am Freitagabend in den Ruhestand. Eine Abschiedsfeier wollte sie eigentlich nicht. Bloß nichts Großes, nichts Offizielles sollte es sein. Weil-Baltruschat wollte ihrem Team nicht auch noch zusätzlich Arbeit machen. Doch das Schulfest findet sowieso jeden Sommer statt. Und so machte das Team aus der Not eine Tugend und widmete ihr die Zirkusaufführung. „Wer Jahre lang eine Schule perfekt geleitet hat, könne nicht erwarten, dass nach einem warmen Händedruck alle wieder zur Tagesordnung übergehen“, so die einhellige Meinung des Kollegiums.

Und so wurde Weil-Baltruschat zum Ehrengast der Zirkusvorstellung in der Förderschule am Dornröschenweg. Zusammen mit ihrem Mann durfte Sie sozusagen in der Loge Platz nehmen. Was die Rektorin zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste: Unter dem blauen Samt verbarg sich eine von den Schülern gestaltete Gartenbank, das Abschiedsgeschenk der Jugendlichen an Weil-Baltruschat. Eine Stunde lang zeigten die Mädchen und Jungen ihr Können. Ein ganzes Jahr lang hatten sie für ihren Auftritt trainiert. Die Jugendlichen zeigten unter anderem Kunststücke auf der Laufkugel, jonglierten und jonglierten sogar auf der Laufkugel.

Die Rektorin gibt den Dank zurück

Nach dem Schlussapplaus ergriff die Schulrätin Dörthe Pelz als Vertreterin des Staatlichen Schulamts und als Freundin der scheidenden Rektorin das Wort. Weil-Baltruschat habe sich in all den Jahren über die Maßen engagiert, sagte Pelz. Sie habe unter anderem das Jugendbegleiterprogramm ausgebaut und unermüdlich nach Sponsoren für die verschiedenen Projekte an der Heilbrunnenschule gesucht. Die Kollegen hätten sie in einer Umfrage als loyal, humorvoll, fachlich kompetent, sehr wohlwollend und doch konsequent beschrieben. Die Schüler attestierten ihr in einer kleinen Umfrage immer gute Laune, einen „geilen Ethikunterricht mit spannenden Themen“ und viele schöne Schulfeste. „Sie haben an dieser Schule großartige Arbeit geleistet. Die Früchte wird die Schulgemeinschaft noch lange ernten können“, so Pelz’ Fazit.

Gabriele Kerby, die Vorsitzende des Elternbeirats, ergänzte: „Sie haben immer an die Schüler geglaubt und tolle Sachen aus ihnen herausgelockt. Dieter Bernhard, der Vorsitzende des Fördervereins, fügte hinzu: „Es war stets eine Freude, mit Ihnen zusammenzuarbeiten.

Weil-Baltruschat, die nichts von ihrem Abschiedsfest geahnt hatte, war „völlig überwältigt“ und gab den Dank zurück: „Eine Schulleitung kann immer nur so gut sein, wie das Kollegium, die Eltern und die Schüler“, sagte sie und versprach, dass die selbst gebaute Bank einen Ehrenplatz in ihrem Garten bekomme.

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