Heilbronn Gedenktafel erinnert an Michèle Kiesewetter

Von dpa/dapd 

In Heibronn erinnert eine Gedenktafel an die getötete Polizistin Michèle Kiesewetter und die anderen Opfer der Neonazi-Mordserie. Foto: dpa
In Heibronn erinnert eine Gedenktafel an die getötete Polizistin Michèle Kiesewetter und die anderen Opfer der Neonazi-Mordserie. Foto: dpa

Fünf Jahre nach dem Mord an der Polizistin erinnert in Heilbronn eine Gedenktafel an die Opfer der Neonazis.

Heilbronn - Fünf Jahre nach dem Mord an der Polizistin Michele Kiesewetter erinnert in Heilbronn eine neue Gedenktafel an die Opfer der Neonazi-Mordserie. „Wir sind bestürzt und beschämt, dass diese terroristischen Gewalttaten über Jahre nicht als das erkannt wurden, was sie waren: Morde aus Menschenverachtung. Wir sagen: Nie wieder!“, sagte der baden-württembergische Innenminister Reinhold Gall (SPD) im Beisein der Angehörigen von Kiesewetter und vieler Polizisten am Mittwoch.

Die rechtsextreme Zwickauer Gruppe soll zwischen 2000 und 2007 neun Kleinunternehmer türkischer und griechischer Herkunft sowie die deutsche Polizistin ermordet und ihren Kollegen schwer verletzt haben.

Heilbronn und weitere sechs Städte, die von der Neonazi-Mordserie betroffen waren, hatten kürzlich gemeinsam beschlossen, an die zehn Opfer zu erinnern. Als Mahnung sollten in Heilbronn, Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund und Kassel jeweils Gedenkorte eingerichtet werden. „Wir müssen entschieden gegen extremistisches Gedankengut vorgehen“, betonte Gall.

Die Bundesanwaltschaft sieht keine persönlichen Motive für den Mordanschlag auf Kiesewetter und ihren Kollegen in Heilbronn 2007. Es gebe keinerlei Hinweise, dass das Motiv in der Person der Opfer begründet gewesen sei, hatte ein Sprecher der Bundesanwaltschaft der Nachrichtenagentur dpa gesagt. „Lange hatten wir auf ein Ende der zermürbenden Ungewissheit und die Klärung der Tat gehofft. Begreifen werden wir diesen Mord nie“, sagte Gall auf der Heilbronner Theresienwiese.

 

Der Text der Gedenktafel lautet:

„Neonazistische Verbrecher haben zwischen 2000 und 2007 zehn Menschen in sieben deutschen Städten ermordet: Neun Mitbürger, die mit ihren Familien in Deutschland eine neue Heimat fanden, und eine Polizistin.

Enver Simsek, 11. September 2000, Nürnberg

Abdurrahim Özüdogru, 13. Juni 2001, Nürnberg

Süleyman Tasköprü, 27. Juni 2001, Hamburg

Habil Kilic, 29. August 2001, München

Mehmet Turgut, 25. Februar 2004, Rostock

Ismail Yasar, 5. Juni 2005, Nürnberg

Theodoros Boulgarides, 15. Juni 2005, München

Mehmet Kubasik, 4. April 2006, Dortmund

Halit Yozgat, 6. April 2006, Kassel

Michèle Kiesewetter, 25. April 2007, Heilbronn

Gemeinsame Erklärung der Städte Nürnberg, Hamburg, München, Rostock, Dortmund, Kassel und Heilbronn, April 2012“

 

 

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