Laut Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) müssen Frauen in der Krise besonders viel leisten. (Archivbild) Foto: AFP/TOBIAS SCHWARZ

Sind Frauen die besonders Leidtragenden der Corona-Krise? So sieht es Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) laut einem Medienbericht. Er führt dafür unterschiedliche Gründe an.

Berlin - Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sorgt sich um einen Rückfall in alte Geschlechterrollen während der Corona-Krise. Er habe den Eindruck, dass sich im Homeoffice „viele Aufgaben zulasten von Frauen“ verschieben würden, sagte er dem „Spiegel“ laut Vorabbericht vom Freitag.

„Viele Männer gehen ins Arbeitszimmer und schließen die Tür, um nicht gestört zu werden“, sagte Heil. „Frauen arbeiten auch im Homeoffice, kümmern sich aber zugleich um den Haushalt und die Schulaufgaben der Kinder.“

Er wies zugleich darauf hin, dass viele Menschen, die jetzt als systemrelevant bezeichnet würden, in schlecht bezahlten Berufen arbeiteten - „es fällt deutlich auf, dass dies vor allem Frauenberufe sind“. Die geringen Löhne hingen in diesen Branchen auch damit zusammen, „dass Tarifverträge nicht mehr so verbreitet sind“, sagte der Minister. „Das ist ökonomisch und sozial nicht vertretbar.“

Heil bekräftigte sein Vorhaben, das Verfahren zu erleichtern, mit dem Tarifverträge in einer Branche für allgemeinverbindlich erklärt werden können. Dies könne womöglich auch die Geschlechterverteilung in bestimmten Jobs beeinflussen: „Man könnte ketzerisch sagen: Würde in Erziehungsberufen oder im Einzelhandel deutlich besser bezahlt, würden sich auch mehr Männer dort tummeln“, sagte Heil.

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