Heiko Volz "Äffle und Pferdle sind Kult und sollen weiterleben"

Von Klaus Eichmüller 

Äffle und Pferdle sind dank des Texters Heiko Volz wieder quicklebendig: in einem Bilderbuch.

Stuttgart - Pferdle und Äffle sind unsterblich. Nach dem Tod ihres Erfinders Armin Lang 1996 erlebte das tierische Pärchen zwar einen Durchhänger. Aber inzwischen sind beide auch dank des Texters Heiko Volz wieder quicklebendig: in einem Bilderbuch und auf Facebook.

Herr Volz, Sie sind 1961 geboren und Schwabe, also mit Äffle und Pferdle aufgewachsen. Wem galt Ihre Sympathie?
Beiden. Neben Asterix, Lucky Luke, Micky Maus hatte ich schon als kleiner Junge Äffle und Pferdle als Gummifiguren. Sie waren für mich Helden wie Terence Hill und Bud Spencer. Nur auf Schwäbisch: der eine vorwitzig, der andere behäbig.

Die Hundedame Schlabbinchen hat Sie nie angemacht?
Nee. Meine Helden waren damals männlich. Die einzige Ausnahme war Lassie. Ich war auch nie ein Fan von Heidi oder Biene Maja.

Als Fan von Äffle und Pferdle haben Sie bestimmt einen Lieblingsspot.
Klar, den Klassiker. Das Äffle klopft an der Haustür. Das Pferdle schaut raus: 's Äffle isch heit net drhoim. Darauf das Äffle: Viiiielen Dank.

Jetzt pfeifen mir durch das schrille "viiielen Dank" die Ohren. Wie haben Sie die Äffle-Sprache gelernt?
Schon als Kind vor dem Fernseher. Ich habe mit meinen Figuren die Dialoge nachgespielt - und viele eigene selbst erfunden.

Wann haben Sie gemerkt, dass die beiden Figuren und Sie ernsthaft gemeinsame Sache machen müssen?
Zum Teil war es Zufall. 1980 hatte ich in der Berufsschule einen Klassenkameraden namens Armin Lang jr., den Sohn des Äffle-und-Pferdle-Erfinders Armin Lang. Ich war häufig bei den Langs auf dem Killesberg zu Besuch. Mit dem Senior habe ich oft rumgeflachst und gemerkt, dass wir beim Humor auf derselben Wellenlänge sind.

Wurden Sie so zum geborenen Nachfolger als Äffle-und-Pferdle-Texter?
So schnell ging das nicht. Mit dem Junior habe ich später Werbespots für den Comic-Verlag Ehapa produziert. Erst nach dem Tod seines Vaters hat es klick gemacht.

Armin Lang senior hinterließ fast 2000 Spots. Waren damit nicht alle Geschichten erzählt?
Nein. Äffle und Pferdle mussten weiterleben und sich weiterentwickeln.

Seit 1999 schreiben Sie neue Dialoge.
Inzwischen sind es über 500. Die meisten sind in Kalendern und im Internet veröffentlicht.

Beim damaligen Südwestrundfunk konnten Sie aber nicht landen. Der Sender stellte 2001 die Produktion neuer Spots ein.
Die Produktionskosten rechneten sich für den Sender nicht mehr. Der Grund war, dass durch die Zunahme der Satellitenschüsseln nicht mehr so viele Zuschauer das regionale Werbefernsehen empfangen konnten.

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