Robert, Robin, Nils, Frederic und Paul (von links) testen auf einer selbst gebauten Rampe, ob sich der Roboter ausbalanciert. In unserer Serie „Mein 2017“ berichten sie von ihrer Teilnahme beim Roboter-Wettbewerb der Uni Stuttgart. Foto: Eileen Breuer

In unserer Serie „Mein 2017“ sprechen wir mit Menschen, die im vergangenen Jahr etwas Außergewöhnliches erlebt haben. Wir fragen nach, wie es ihnen geht, was sich inzwischen verändert hat und blicken auch ein wenig in die Zukunft. Heute berichten Schüler vom Hegel-Gymnasium in Stuttgart-Vaihingen von ihrer Teilnahme beim Roboterwettbewerb der Uni Stuttgart.

Vaihingen - Auf einem Tisch im Hegel-Gymnasium liegen Lego-Teile verstreut. Frederic von Räumen steckt einen blauen Stab in ein anderes Bauteil. Er rekonstruiert gemeinsam mit Robin Ebner den Roboter, mit dem ihre Gruppe beim Roborace – zu deutsch Roboterrennen – angetreten ist. Die beiden haben gemeinsam mit ihren Mitschülern Nils Titel und Paul Becker einen selbst gebauten Roboter beim Wettbewerb des Studiengangs Kybernetik an der Universität Stuttgart ins Rennen geschickt. „Unser Ziel war es, durch die Vorrunde zu kommen und im Finale zu bestehen“, sagt Frederic.

Damit jeder die gleichen Chancen hat, bekamen die 58 teilnehmenden Teams von der Universität einen Baukasten gestellt. Diesen mussten sie nach dem Finale Anfang Dezember wieder zurückgeben. Aus dem Bausatz galt es einen Roboter zu konstruieren. Dieser musste auf zwei Rädern das Gleichgewicht halten können.

Legoteile allein ergeben noch keinen Roboter

Es reichte aber nicht, wenn der Roboter sich fortbewegen konnte. In der Vorrunde des Wettbewerbs musste das Gefährt auf eine Rampe fahren und darauf in einem gekennzeichneten Bereich stehenbleiben. Die Zeit, die der Roboter in der Lichtschranke stand, wurde gemessen. Die Roboter, die das am längsten schafften, kamen ins Finale. Das Herzstück des Roboters ist ein kleiner Computer. Damit sich der Roboter von der Stelle bewegen kann, mussten die Teilnehmer den Computer programmieren.

„Roboter sind die Zukunft; sie übernehmen immer mehr Aufgaben. Da hat man selbst einen Vorteil, wenn man programmieren kann“, begründet Nils sein Interesse an dem Thema. Er trat mit den anderen aus seinem Team das erste Mal bei dem Wettbewerb an. Aus diesem Grund nannten sie sich Newcomer – also Neueinsteiger. Kurz vor der Vorrunde war die Aufregung groß. „Es ist spannend, zu sehen, wie lange der eigene Roboter fährt, und wie lange der Gegner durchhält“, sagt Robin. Obwohl der Newcomer-Roboter sein Gewicht auf der Wippe nur wenige Sekunden ausbalancieren konnte, während die Roboter anderer Teilnehmer teils 50 Sekunden in der Lichtschranke verharrten, schafften es die Neueinsteiger ins Finale.

Im Finale hatten die Teams mit Schwierigkeiten zu kämpfen

Beim Wettbewerb traten die Schüler auch gegen Studenten an. „Wir haben schon gedacht, dass die Studenten das besser können. Aber letztlich haben es alle gut hinbekommen, egal ob Schüler oder Student“, sagt Nils. Auch das zweite Team des Hegel-Gymnasiums mit dem Namen Hegelianer bestand in der Vorrunde.

Das Finale aber gestaltete sich schwieriger. Die Wippe war steiler und dadurch schwieriger zu überwinden. Außerdem war sie schwächer gefedert. Dadurch kippte sie ruckartig, sobald der Roboter sie überwand. Die Hegelianer mussten deshalb ein neues Programm auf ihren Roboter laden. Dazu reichte die Zeit nicht. Beim zweiten Versuch stürzte der Computer ab. Damit verpassten sie das Siegertreppchen. „Es war blöd, ständig mit Problemen kämpfen zu müssen. Wenn am Ende der Laptop abstürzt, ist das dämlich. Da waren wir ein bisschen sauer“, sagt Robert Schuh, ein Teammitglied der Hegelianer.

Den Wettbewerb gewannen die Newcomer nicht, einen Preis erhielten sie trotzdem

Die Newcomer dagegen gingen anders ans Finale ran. Sie waren auf den Kreativpreis aus, den die Jury zusätzlich verliehen hat. Um ihrem Legogefährt eine besondere Note zu verleihen, befestigten sie eine Uhr aus Legoteilen am Roboter. Deren Zeiger drehten sich, wenn der Roboter Fahrt aufnahm. Das wusste die Jury zu würdigen. „Ich war mir sicher, dass wir keinen Preis erhalten würden. Wir waren dann ziemlich überrascht und überglücklich, diesen Preis gewonnen zu haben“, sagt Robin.

Zusätzlich schaffte es die Gruppe, dass der Roboter im Bereich der Lichtschranke stehen blieb – ein voller Erfolg. „Es war teilweise schon frustrierend, wenn etwas nicht funktionierte. Aber jetzt, wo wir es so gut geschafft haben, kann ich mir auch vorstellen, noch mal teilzunehmen“, sagt Robin. Paul denkt sogar schon weiter: „Ich kann mir gut vorstellen, etwas in der Art zu studieren.“

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