Der Platz vor dem Gebäude der Volksbank am Württemberg in Hedelfingen soll endlich ansprechender gestaltet werden. Der abgedeckte Brunnen wird aufgegeben. Foto: Mathias Kuhn

Die Volksbank am Württemberg modernisiert in Hedelfingen ihre Filiale. Die Stadtplaner wollen deswegen auch endlich den Platz davor attraktiver gestalten.

Hedelfingen - Hedelfingen hat eigentlich zwei von der Lage attraktive Plätze im Ortskern, auf denen sich die Bürger treffen und verweilen können: der Platz am Alten Haus und die Ecke vor der Volksbank am Württemberg. Doch beide Lokalitäten sind weitgehend verwaist. Zumindest für das Plätzchen gegenüber vom Rathaus soll sich dies bald ändern.

 

„Die Volksbank am Württemberg modernisiert derzeit ihr Gebäude an der Amstetter Straße. Für uns war dies der Anlass, uns über die Gestaltung des Bankvorplatzes Gedanken zu machen“, berichtete Christopher Schmid vom Tiefbauamt am Montagabend den Bezirksbeiräten von Hedelfingen und Rohracker. Ihnen liegt die Umgestaltung seit Jahren am Herzen. Denn mit dem neu renovierten Rathaus und dem denkmalgeschützten Alten Haus bildet die Kreuzung eine sehenswerte Ortsmitte. Nur die Schmuddelecke auf der gegenüberliegenden Seite trübt das Erscheinungsbild: Die Sitzbänke aus Holz sind morsch, der Papierkorb ist besudelt und der Brunnen seit Jahren abgeschaltet und mit einer Metallplatte abgedeckt.

Trinkbrunnen und Bücherschrank

Das Stadtplanungs- und das Tiefbauamt wollen den tristen Zustand nun in Absprache mit den Verantwortlichen der Volksbank ändern. Der alte, große Brunnen wird aufgegeben. Er ist defekt und die Brunnenstube ist im Gebäude der Volksbank untergebracht, was immer wieder zu Abstimmungsproblemen führte. „Wir schlagen stattdessen einen schmaleren, etwa zwei Meter hohen Trinkbrunnen vor, der im Kurvenbereich der Amstetter Straße stehen soll“, sagt der Straßen- und Verkehrsplaner Schmid. Links und rechts des Trinkbrunnens sind jeweils zwei Sitzbänke vorgesehen. Im Bereich der Friedrichshafener Straße wird der Platz um ein paar Meter in Richtung Straße verbreitert.

Der Carsharing-Parkplatz rückt somit ein paar Meter in Richtung Friedhof. „Dadurch gewinnen wir zusätzliche Flächen für Rabatten und die Fahrbahnbreite wird verringert, wodurch die Fußgänger eine nicht mehr so breite Fahrbahn überqueren müssen“, hebt Schmid einige Vorteile hervor. Die Platzgestalter haben dadurch Grünflächen gewonnen. An den Seiten zur Amstetter und Friedrichshafener Straße sind Rabatten – allerdings nicht mehr so hohe wie die bisherigen – und drei Baumstandorte geplant. „Das Garten-, Friedhofs- und Forstamt hat zugesagt, dass es sich weiterhin um den Blumenflor in den Rabatten und die Bäume kümmern wird“, so Schmid.

Kreisverkehr vor dem Rathaus

Ein Bücherschrank, zwei Abfallkörbe und drei Bügel, an denen die Kunden der Bank und der Arztpraxen sowie die Hedelfinger, die sich auf dem Platz treffen wollen, ihre Fahrräder abstellen und sichern können, ein sickerfähiges Bodenpflaster und dezente historisch wirkende Straßenleuchten wie rund ums Bezirksrathaus sollen den Platzcharakter noch unterstreichen und den Platz zum Begegnungsort machen.

Die Bezirksbeiräte begrüßten zwar die Vorschläge der Stadtplaner, hätten sich aber „eine umfangreichere Umgestaltung des gesamten Platzes inklusive der Amstetter Straße und den Gehwegbereichen am Alten Haus gewünscht“, sagte der Grünen-Bezirksbeirat Jürgen Klee. Er spielte damit auf die geplante Umgestaltung der Amstetter Straße und einen Kreisverkehr vor dem Rathaus an. Auch der CDU-Bezirksbeirat Mario Graunke bedauerte, dass die Planer nicht weiter gesprungen seien. Letztendlich sei ihm aber „der Spatz in der Hand lieber“.

300 000 Euro Umbaukosten

Der Bezirksvorsteher Kai Freier betonte denn auch, dass die Platzsanierung nur ein erster Schritt sei, der weiteren nicht im Wege stehen werde. Eine umfangreichere Umgestaltung würde jedoch eine längere Planungszeit bedeuten, zudem müssten dann Finanzmittel beantragt werden.

Die aktuelle Umgestaltung will das Tiefbauamt dagegen aus dem eigenen Budget und aus Mitteln für die Brunnensanierung finanzieren. Schmid rechnet mit Kosten in Höhe von 300 000 Euro und wird den Zeitplan mit der Volksbank abstimmen.