Wirtschaftlich steht der Oberndorfer Waffenbauer Heckler und Koch gut da. Foto: Heidepriem

Der Waffenhersteller Heckler und Koch verkündet auf der Aktionärsversammlung am Dienstag gute Zahlen.

Nach acht Stunden mit ein paar Unterbrechungen hatten, wie der Schwäbische Bote berichtet, die Aktionäre der Heckler und Koch AG die Beschlüsse gefasst.

 

Positive Bilanz

Sie halten den Geschäftsbetrieb mit den entsprechenden Personalien auf dem Gleis, sorgen für eine gewisse Rendite des Kapitals – immerhin sechs Cent Dividende pro Stückaktie – und beenden die nächste Runde in der Auseinandersetzung mit dem Großaktionär Andreas Heeschen - zumindest, was den Einfluss über Schlüsselstellen anlangt.

Juristische Auseinandersetzung dauert an

Dass juristisch noch nicht alles erledigt ist, wirkte sich auf die Tagesordnung aus und wird, so kann man einigermaßen sicher folgern, weitere Schritte nach sich ziehen. Auch das kostet übrigens Geld, allein im vergangenen Jahr rund 130 000 Euro brutto, dazu die Beanspruchung erheblicher personeller Kapazitäten, wie Jens Bodo Koch, Vorstandsvorsitzender des Oberdorfer Waffenherstellers auf Frage erklärt.

Versammlung ist zentrales Institut

Apropos Frage: Die Aktionärsversammlung von Heckler und Koch ist rechtlich natürlich ein zentrales Institut, in dem vorrangig Wirtschaftsinteressen verhandelt werden. Die großen Aktienpakete haben das Sagen – und sie liegen im Streit. Immer wieder geht es um die Frage, ob und in welcher Form Heeschen Ansprüche und Rechte hat. Es geht um die Besetzung von Vorstand und Aufsichtsrat, um die Verwendung des Bilanzgewinns. Im abgelaufenen Geschäftsjahr lag dieser bei immerhin rund 163,5 Millionen Euro, von denen jetzt gut 2,1 Millionen Euro an Dividenden ausgeschüttet werden.

Fester Ansprechpartner für Armeen und Spezialkräfte

Gleichzeitig ist die Aktionärsversammlung aber auch die Gelegenheit, wirtschaftlichen Erfolg – oder Misserfolg – perspektivisch zu beleuchten. Was das anlangt, steht Heckler und Koch sehr gut da. Das Rüstungsunternehmen empfiehlt sich als Hersteller vor allem von Handwaffen, mit denen Armeen und Spezialkräfte in Deutschland, der Europäischen Union und der Nato und befreundeten Staaten ausgestattet werden.

Vor allem die Sturmgewehre „made in Oberndorf“ sind international gefragt und demnächst in neuester Variante auch bei der Bundeswehr wieder als neues Ordonnanzgewehr in Masse eingeführt.

HK baut vor

Das hat Konsequenzen. Neben den Erlösen und den steigenden Auftragseingängen berücksichtigt das Management die wirtschaftliche Nachhaltigkeit. Das bedingt Investitionen in Infrastruktur und in erheblicher Höhe auch in Bevorratung.

Denn als „verlässlicher Partner“ will Heckler und Koch die Abrufe aus den großen Rahmenaufträgen genau so zuverlässig liefern können wie für kleiner Aufträge gewappnet zu sein. Das drückt die Liquidität im abgelaufenen Geschäftsjahr, ändert aber nichts an der günstigen Perspektive.

„Grüne-Länder“-Strategie

Denn die „Zeitenwende“ mit ihrem neuen Bedarf an Waffentechnik und die gleichlaufenden Bedürfnisse im Kreis der „Grünen Länder“ verspricht andauernde Nachfrage - was Koch auf einen Nenner bringt mit dem Satz: „Heckler und Koch ist weiter als ‚scharfes Ende der Demokratie‘ gefragt."

Geschichte der Gründer bleibt Thema

Die Generaldebatte gibt es allerdings auch einem dritten großen Komplex Raum. So kommen Privatmenschen zu Wort, die ethische Fragestellungen aufwerfen, Verpflichtungen zu Rehabilitation und Wiedergutmachung, etwa beim Komplex der Kindersoldaten, die mit HK-Waffen Gewalt ausübten.

Ein Aspekt in diesem Feld ist der Wunsch nach einer Konversion, um nicht Teil einer Gewalteskalation zu sein. Und schließlich geht es auch um die Geschichte der Firmengründer und Namensgeber. Viele daraus abgeleiteten Vorschläge und Anträge lassen sich in der Aktionärsversammlung freilich aus formalen Gründen abweisen.