Hebammenschülerinnen spielen eine Geburt durch. Foto: Lichtgut

Zusätzliche Ausbildungsplätze für Hebammen sind wunderbar – aber damit allein ist dem Hebammenmangel nicht beizukommen, meint Viola Volland. Die Arbeitsbedingungen müssen sich bessern.

Stuttgart - Im Land steigen die Ausbildungsplätze bei den Hebammen – auch in Stuttgart. Das ist natürlich eine gute Nachricht angesichts des Hebammenmangels, den nicht nur die Kliniken zu spüren bekommen, sondern gerade auch die Schwangeren, die keine Hebamme für die Nachsorge finden. Doch mit mehr Ausbildungsplätzen ist es lange nicht getan. Denn der Enthusiasmus der angehenden Hebammen mag noch groß sein – langfristig setzt doch bei viel zu vielen Hebammen erschreckend schnell Ernüchterung ein. Der Stress im Kreißsaal ist groß, gerade wenn Hebammenkolleginnen fehlen. Die Fluktuation ist auch deshalb hoch, weil der Schichtdienst oft schwer für Hebammen, die selbst Mutter werden, mit der Familie beziehungsweise den Kitaschließzeiten in Einklang zu bringen ist.

 

Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung

Die Herausforderung liegt also darin, für Bedingungen zu sorgen, dass die Hebammen, die man mit viel Mühe ausbildet, ihrem Beruf treu bleiben beziehungsweise treu bleiben können. Modelle, die den Hebammen besonders viel Autonomie in der Arbeitszeitgestaltung lassen, sollen sich zum Beispiel schon bewährt haben.

Dass Handlungsbedarf besteht, scheint auch in der Politik inzwischen angekommen zu sein, das ist gut so. Im Land hat gerade erst der Runde Tisch zur Geburtshilfe getagt, in den sich auch der Hebammenverband mit seiner Expertise eingebracht hat. Auch von der anstehenden Akademisierung, die Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will, verspricht man sich einiges. Doch auch studierte Hebammen werden nur dann länger in ihrem Beruf bleiben, wenn die Arbeitsbedingungen stimmen.