Stuttgarts Kreisläufer Manuel Späth zieht seine Kreise, der HBW hat das Nachsehen. Foto: Baumann

In der Handball-Bundesliga hat der TVB Stuttgart 32:26 gegen Balingen gewonnen. Vor 6211 Fans. So viele werden diese Saison nicht mehr kommen – selbst wenn es keinen Zuschauer-Ausschluss gibt.

Stuttgart - Der eine oder ander Autogrammjäger ist am Sonntag in der Porsche-Arena leer ausgegangen, obwohl die gastgebende Mannschaft des TVB Stuttgart nach dem 32:26(16:15)-Sieg gegen den HBW Balingen doch allen Grund zu Freude hatte. Doch nachdem Großveranstaltungen, wozu eine Handball-Bundesligapartie mit 6211 Zuschauern zu rechnen ist, in Zeiten des Coronavirus durchaus umstritten sind, hatten die Spieler freie Hand, inwieweit sie den Wünschen der Fans nachkamen oder eben nicht. Ein Großteil (nicht alle) zog es dann aber doch vor, nach der Ehrenrunde möglichst rasch in die Kabine zu verschwinden. Auch wenn Spielmacher Max Häfner noch zugab: „Siege sind immer schön, und in einem Derby natürlich noch schöner.“

Zumal er nach einer Leistungssteigerung des TVB in der zweiten Hälfte „absolut verdient war“, wie der HBW-Coach Jens Bürkle zugeben musste. Seine Mannschaft konnte die Partie bis zum 17:17 noch offen halten, doch dann ging es kontinuierlich bergab, und trotz 16 gehaltener Bälle kassierte der HBW wie in jedem Spiel im Jahr 2020 mindestens 30 Gegentore. Zudem waren die Angriffsaktionen zu sehr auf Vladan Lipovina (8 Tore), Jona Schoch (5) und vor der Pause noch Tim Nothdurft (5) ausgerichtet, während sich bei den Stuttgartern alle zwölf Feldspieler in die Torschützenliste eintrugen – am besten Patrick Zieker (6/1) sowie Adam Lönn und Christian Zeitz (je 4).

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„Er strahlt eine enorme Aura aus und hat sicher das Selbstvertrauen der Mannschaft gestärkt“, sagte TVB-Trainer Jürgen Schweikardt zum Anteil des Erfolges der Nachverpflichtung Zeitz. Doch er ist nur ein Mosaiksteinchen für die zuletzt 9:5 Punkte.

Das Kontrastprogramm liefert der HBW ab, der nach der EM-Pause weiter auf den ersten Punkt wartet und immer tiefer in den Abstiegsstrudel gerät. Dennoch versprüht Jens Bürkle noch Optimismus. „Es wäre schlimm, wenn wir nicht mehr an uns selbst glauben würden“, sagt der HBW-Coach, gibt aber auch zu: „Wir brauchen langsam Punkte, sonst wird es immer schwerer.“ Aktuell weist zumindest der TVB schon sechs Zähler mehr auf, trotzdem sagt Schweikardt: „Das wird noch nicht reichen.“

Wobei ja noch ganz andere Probleme auf die gesamte Liga zukommen könnten: Spiele unter Zuschauerausschluss. Jens Bürkle sagt: „Möglicherweise kommt der Zeitpunkt, an dem man sich darüber Gedanken machen muss.“ Mehr als 6000 Zuschauer werden in dieser Saison sowieso nicht mehr zum TVB kommen – es war das letzte geplante Spiel in der Porsche-Arena.

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