Gregor (Felix Kreutzer, li.) zeigt Armin (Wolfgang Bahro) das Mordopfer am Tatort. Foto: dpa/RTL

Im fesselnden Auftakt zur RTL-Reihe „Haveltod – Ein Potsdam-Krimi“ ermittelt „GZSZ“-Urgestein Wolfgang Bahro als Profiler in einem Fall, der Parallelen zu einem alten Mord ausweist.

Der Hunger der Deutschen nach Krimis ist offenbar unstillbar. Das Phänomen ist natürlich nicht neu, aber in den letzten Jahren scheint das Angebot dank „True Crime“-Podcasts und TV-Dokus noch mal größer geworden zu sein. Eine Erklärung für den Erfolg ist neben der hierzulande ähnlich ausgeprägten Freude am Rätseln sicher auch das wohlige Gruseln. Das gilt gerade für Geschichten über Serienmorde, zumal es dabei immer auch um Macht geht, erst recht, wenn der Ermittler unmittelbar betroffen ist; und das ist der Ansatz dieses sehenswerten Auftakts zur neuen RTL-Krimireihe „Haveltod“.

 

Zumindest aus Sicht des Senders steht jedoch der Hauptdarsteller im Vordergrund – Wolfgang Bahro spielt seit 1993 den Anwalt Jo Gerner in der täglichen Serie „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“. Der Berliner, neben „GZSZ“ regelmäßig auf den Bühnen seiner Heimatstadt aktiv, spielt einen Profiler, der sich vor einigen Jahren aus der Polizeiarbeit zurückgezogen hat: Der Mörder einer jungen Sportlerin hatte sich gestellt und die Tat gestanden; kurz drauf ist er in der Untersuchungshaft gestorben, die Akte wurde geschlossen. Seither unterrichtet der Kriminaldirektor an der Polizeiakademie.

Der Mörder fordert den Kommissar mit einem grausigen Präsent quasi zum Duell heraus

Kürzlich ist ein Bestseller über seine spektakulärsten Fälle erschienen, „Im Kopf eines Killers“; darin geht es unter anderem um den Tod der Sportlerin. Den Mörder beschreibt er als Mann von minderer Intelligenz. Das lassen sich Narzissten erfahrungsgemäß nicht zweimal sagen, und tatsächlich weist ein aktueller Mordfall Parallelen auf. Deshalb vermutet der zuständige Ermittler, dass es sich bei dem Mörder einer Studentin, die erdrosselt im Glockenturm der Heilandskirche am Port von Sacrow entdeckt wird, um den gleichen Täter handelt. Damit ist „Haveltod“ bei der zweiten interessanten Personalie: Der Kommissar ist Webers Sohn Gregor (Felix Kreutzer). Die beiden haben ein schwieriges Verhältnis, und natürlich kommt es immer wieder zu Reibereien, obwohl Weber senior beim ersten Wiedersehen anerkennend feststellt: „wie der Vater, so der Sohn“; ein Satz, der im weiteren Verlauf des Films noch eine besondere Bedeutung bekommen wird. Zunächst will der ehemalige Profiler nicht in die Ermittlungen einbezogen werden, aber dann fordert ihn der Mörder in Form eines grausigen Präsents quasi zum Zweikampf heraus.

Kleine Schockmomente sorgen für Spannung

Neben der abwechslungsreichen Handlung – Regisseur Andy Fetscher hat gemeinsam mit Willi Kubica und Florian Schumacher auch das Drehbuch geschrieben – fesselt „Im Kopf eines Killers“ auch wegen der Umsetzung. Die rhythmische Musik (David Grabowski) sorgt gerade im Zusammenspiel mit der hochwertigen Bildgestaltung (Felix Poplawsky) nicht zuletzt dank kleiner Schockmomente für viel Spannung.

Jenseits der hohen handwerklichen Qualität lebt „Im Kopf eines Killers“ trotzdem in erster Linie vom Katz-und-Maus-Duell zwischen Profiler und Killer, bei dessen packendem Finale das Leben von Gregors Frau auf dem Spiel steht. Ansonsten kommen die weiblichen Mitwirkenden jedoch eindeutig zu kurz, einzig Sinje Irslinger kann als Gregors Partnerin ein paar heitere Akzente setzen; in dieser Hinsicht hat die Reihe erheblichen Nachholbedarf.

Haveltod – Ein Potsdam-Krimi: Im Kopf eines Killers. 13. Januar, 20.15 Uhr, RTL.