Das Defizit im Böblinger Haushalt 2025 steigt voraussichtlich um 4,9 Millionen Euro auf 18,3 Millionen Euro. Foto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Das Loch im Böblinger Haushalt 2025 fällt voraussichtlich größer aus als bisher gedacht. Statt mit einem Minus von 13,4 Millionen Euro geht die Kämmerei von einem Minus von 18,3 Millionen Euro aus.

Die Stadt Böblingen muss ihren Haushaltsplan für 2025 korrigieren. Statt einem Minus von 13,4 Millionen Euro rechnet die Kämmerei mit einem Minus von 18,3 Millionen Euro. Der Grund für die Anpassung des Plans liegt an neu gefassten Beschlüssen und Erkenntnissen, die sich seit der Einbringung des Haushalts im Oktober ergeben haben.

 

Ein prominentes Beispiel: Die im November getroffene Entscheidung des Böblinger Gemeinderats, das Krankenhaus-Gelände in der Bunsenstraße für 40 Millionen Euro zu kaufen und in jährlichen Raten à zehn Millionen zu bezahlen. Unter anderem dadurch erhöhen sich die geplanten Ausgaben für den Grundstückserwerb im Jahr 2025 von 4,1 Millionen Euro auf 17,2 Millionen Euro. „Der Kauf des Krankenhaus-Areals ist richtig und wichtig und wird sich auf lange Sicht auszahlen“, sagte Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) dazu in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Mittwoch.

„Alarmglocken läuten in der Ferne“

Weitere Verschiebungen ergeben sich laut Daniel Harwardt, stellvertretender Kämmerer, unter anderem aus der Herbst-Steuerschätzung. Demnach fallen die Steuereinnahmen voraussichtlich rund 1,4 Millionen Euro geringer aus als angenommen. Die Kreisumlage soll sich hingegen um 2,5 Prozentpunkte auf 34,5 Prozent erhöhen. Die Stadt muss auf ihre Ersparnisse zurückgreifen und nimmt an, dass ihre liquiden Eigenmittel von 155 Millionen Ende 2023 auf 18,8 Millionen Ende 2025 schrumpfen.

Zusammengenommen verschlechtert sich das geplante Haushaltsergebnis 2025 zum eingebrachten Entwurf um rund 4,9 Millionen Euro. „Damit können wir nicht zufrieden sein“, meinte Belz. Er verwies darauf, dass Kommunen überall stark belastet seien – was ihre Aufgaben und deren Finanzierung betrifft. Trotzdem betonte er: „Es geht uns gut und wird uns auch 2025 noch gut gehen.“ Aber aus der Ferne höre man die Alarmglocken läuten. „Deshalb lautet der Appell, dass wir nächstes Jahr noch stärker priorisieren.“