Inklusion steht bei vielen Jugendfarmen auf der Tagesordnung – genauso wie der Umgang mit Tieren. Foto: Corinna Pehar

Der Gemeinderat hat der Einrichtung auf der Zuffenhäuser Schlotwiese weitere 370 000 Euro zur Verfügung gestellt. Aber auch die anderen 21 Jugendfarmen, Abenteuer- und Aktivspielplätze profitieren.

Stuttgart - In der Landeshauptstadt bieten insgesamt 22 Jugendfarmen, Abenteuer- und Aktivspielplätze jeden Tag viele Aktionen für Kinder und Jugendliche im Alter bis 15 Jahren und deren Eltern an. Und das kostenlos. Auch in den Schulferien haben die Einrichtungen geöffnet.

Die Aufgaben sind vielfältig und in den vergangenen Jahren sogar noch weiter gewachsen. Inklusion, Kleinkindbetreuung, Partnerschaft mit Ganztagsschulen, Vater-Kind-Projekte, Familiensonntage, Eltern- und Seniorencafé, Angebote für Flüchtlingskinder sowie Mädchen und Buben mit Lernbehinderung: Die Einrichtungen erfreuen sich großem Zuspruch und Zulauf. Im Jahr 2017 besuchten jeden Tag durchschnittlich etwa 1065 Menschen die 22 Plätze.

Mehr Besucher, längere Öffnungszeiten und alte Gebäude haben dafür gesorgt, dass der Förderbedarf der Einrichtungen gestiegen ist. Rund 1,5 Millionen Euro benötigen die 22 Institutionen mehr pro Jahr. Dieses Geld haben die Stadträte bis zum Jahr 2024 nun im Rahmen der Haushaltsberatungen genehmigt. Unter anderem profitiert die Robinson Jugendfarm Botnang davon. Sie erhält nicht mehr nur etwa 42 000, sondern knapp 90 000 Euro pro Jahr. Der Stadtteilbauernhof in Bad Cannstatt bekommt künftig etwa 63 000 Euro zusätzlich pro Jahr.

75 000 bis 90 000 Euro an Eigenmitteln fehlen noch

Und auch die Kinder- und Jugendfarm Zuffenhausen wird finanziell deutlich besser gestellt – der Zuschuss steigt von knapp 42 000 auf künftig rund 90 500 Euro an. Und nicht nur das: Das dringend benötigte neue Farmgebäude kann nun endlich gebaut werden. Die Stadträte beschlossen in der dritten Lesung der Haushaltsberatungen einstimmig, dass der Farmverein noch einmal 370 000 Euro bekommt. Das ist die Deckungslücke, die geschlossen werden musste, um das 786 000 Euro teure Projekt realisieren zu können. Schon im ersten Stuttgarter Bürgerhaushalt im Jahr 2011 war der Neubau ein Thema und landete auf Platz 2 aller Stuttgarter Wünsche. Einige Wochen später bewilligte der Gemeinderat 250 000 Euro. Doch diese Summe reichte nicht aus, um zu bauen.

Das Hauptgebäude der Farm ist schon seit Jahren nicht mehr auf dem Stand der Dinge. Die Küche erfüllt nicht mehr die Anforderungen, um sich zukunftsfähig aufzustellen, sagt der Vorsitzende des Farmvereins, Alexander Nickel. Das gelte auch für die Technik, die Größe der Räume, die Toiletten – einfach für das komplette Gebäude. „Jetzt müssen wir uns noch um unseren Eigenanteil kümmern, der sich auf weitere 75 000 bis 90 000 Euro beläuft“, sagt Nickel. „Ich hoffe, dass wir im Sommer 2020 einen Termin zum Spatenstich nennen können.“

So froh man in Zuffenhausen über das Ergebnis der Haushaltsberatungen ist: Nicht alle Wünsche der 22 Einrichtungen sind erfüllt worden. Einige Farmen hätten gerne mehr Personal bekommen – Freiberg/Rot (eine Stelle), Stammheim (halbe Stelle), die Bürgerinitiative „Platz für Kinder“ im Stuttgarter Westen (halbe Stelle) und der Jugendfarmverein Stuttgart-Süd (eine Stelle). Aber die Stadträte lehnten die Anträge ab. Die CDU hätte zudem noch einige kleinere weitere finanzielle Hilfen bewilligt, scheiterte aber mehrheitlich. Unter anderem hätte der Aktivspielplatz Raitelsberg zusätzlich 12 000 Euro pro Jahr bekommen sollen – genauso wie der Abenteuerspielplatz West, die Jugendfarm Stammheim, die Jugendfarm Freiberg/Rot und die Etzelfarm im Stuttgarter Süden (6000 Euro).

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