Der ehemalige Schülertreff an der Leobener Straße 49 Foto: Georg Friedel

Die Musikschule könnte vom Burgenlandzentrum an die Leobener Straße ziehen.

Stuttgart-Feuerbach - Das rote Haus mit dem markanten Turm an der Leobener Straße 49 sieht verlassen aus, das frühere Waaghäuschen steht seit einiger Zeit leer. Immer wieder wird in Feuerbach befürchtet, dass das städtische Gebäude verkauft werden könnte. Im Rahmen der Haushaltsberatungen des Gemeinderats wurde aber klar: Ein Verkauf ist derzeit ausgeschlossen.

Das Gebäude wurde 1911 erbaut und mehrfach umgebaut, beziehungsweise den jeweiligen Erfordernissen angepasst. In der Vergangenheit wurde es unterschiedlich genutzt. Früher waren dort Mädchen und Buben der Bismarckschule zu Gast. Sie konnten dort Hausaufgaben machen, zu Mittag essen und spielen.

Zuletzt wurde das Gebäude für die Wohnungsnotfallhilfe genutzt, um obdachlosen Menschen in den Winternächten ein Dach über dem Kopf anzubieten. „Derzeit nutzt die Caritas in den Winterhalbjahren das Gebäude als Winternotquartier für Wohnsitzlose“, heißt es in einer Drucksache an den Gemeinderat. Das Objekt ist stark sanierungsbedürftig. Zudem bestehen durch Risse in den Wänden statische Probleme. Ein Teil der Außenwände im Bereich Turm, Innenhof und Leobener Straße sowie an der Ecke Wiener Straße zur Süd-West-Seite weisen größere Risse auf. Einmal pro Jahr wird das Tragwerk untersucht, um die Standsicherheit festzustellen.

Ein Verkauf steht derzeit nicht zur Diskussion

Für eine andere Nutzung müsste das Gebäude generalsaniert werden. Eine Kostenschätzung liegt derzeit nicht vor. „Einem Verkauf des Gebäudes steht der Bebauungsplan aus 1931 entgegen“, heißt es in der städtischen Drucksache. „Dieser beinhaltet eine Festlegung als öffentliche Grünfläche. Nach einer Freiräumung des Geländes beziehungsweise einem Abbruch des Gebäudes wäre somit keine Neubebauung des Grundstücks zulässig.“

Grundsätzlich wäre eine Nutzung des Gebäudes für öffentliche Zwecke möglich. „Konkret liegt eine Bedarfsmeldung der Musikschule vor, die bislang im Burgenlandzentrum untergebracht ist“, schreibt Finanzbürgermeister Thomas Fuhrmann.

Auslöser war eine bevorstehende Ertüchtigung der Räume im Burgenlandzentrum. Dort belegt die Musikschule eine Fläche von 280 Quadratmetern. 2020 ist vorgesehen, die Räume zu renovieren und in dem Kontext schallschutzmäßig zu ertüchtigen. Ursprünglich sollte dies während der Sommerferien geschehen, allerdings reichen diese sechs Wochen den Handwerkern nicht. Somit benötigt die Musikschule für rund drei Monate ein Interimsquartier. Dies hätte mit geringem Aufwand im ehemaligen Fesch an der Leobener Straße 49 eingerichtet werden können. „Nach näherer Betrachtung hat die Musikschule mitgeteilt, dass unter Aufgabe der Flächen im Burgenlandzentrum auch eine dauerhafte Nutzung der Leobener Straße 49 in Betracht kommt“, schreibt Fuhrmann.

Ob sich das Raumprogramm der Musikschule dort realisieren lässt, wurde bislang nicht untersucht. Angesichts des schlechten Zustands müsste eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, damit man abwägen kann, ob eine Sanierung aus wirtschaftlicher Sicht in Erwägung gezogen werden kann. Die Machbarkeitsstudie soll Anfang kommenden Jahres beauftragt werden, sodass im zweiten Quartal 2020 mit einem Ergebnis zu rechnen ist.

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