Der Deutsche Hausfrauenbund und die Hauswirtschaftsmeisterin Christa Schumacher geben Tipps für die Hausarbeit. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie. Foto: dpa

Ein bis zwei Stunden pro Tag verbringt jeder Deutsche mit Hausarbeit. Am Ende des Jahres ist das ein ganzer Monat,­rechnet das Meinungsforschungsinstitut Emnid vor. Muss das wirklich sein? Oder lässt sich durch ein paar Tricks und planvolleres Putzen Zeit sparen? Wir geben Tipps.

Stuttgart - Das Schlimme an Hausarbeit: Sie hört einfach nie auf. Stopft man die schmutzige Wäsche in die Waschmaschine, türmt sie sich kurz darauf sauber zu einem Bügelberg. Ist die Spülmaschine ausgeräumt, wartet daneben schon wieder schmutziges ­Geschirr. Und einen staubfreien Boden gibt es sowieso nie.

Also verfallen die meisten Menschen früher oder später in einen Automatismus: waschen, putzen, bügeln, wischen. Dabei denken sie nicht groß darüber nach, ob sich diese Arbeiten nicht vielleicht besser organisieren ließen – und ­dadurch im besten Fall schneller erledigt wäre. Experten vom Deutschen Hausfrauenbund verraten hier ihre Tipps für Hausarbeit mit Köpfchen. 

Ein kleiner Test mit den Ratschlägen zeigt: Das zeitliche Wunder bleibt zwar aus, aber die Arbeit geht tatsächlich etwas schneller – und vor allem leichter – von der Hand. Allein schon, weil man jetzt das ­Gefühl hat, gut organisiert zu sein.

So räumt man effizient die Spülmaschine aus

Bislang: Spülmaschinen gehören zu den wenigen Haushaltsgeräten, die mehrere Personen – Besuch inklusive – gleichzeitig benutzen. Also wird nach dem kleinsten gemeinsamen Nenner eingeräumt: Hauptsache Teller, Tassen und Besteck finden irgendwo Platz. Eine derart willkürlich eingeräumte Spülmaschine (kleines Modell) wieder auszuräumen dauert fünf Minuten.

Tipps der Experten: Von hinten nach vorn einräumen, damit man die Schubladen am Ende nicht mehr ganz rausziehen muss. Henkel in eine Richtung, so lassen sich beim Ausräumen mehrere Tassen gleichzeitig greifen. Schälchen, Teller und Suppenteller so nebeneinander einräumen, wie sie später in den Schrank kommen. Besteck nach Messer, Gabel und Löffel getrennt in die Spülmaschinen-Fächer legen, das spart beim Ausräumen das Sortieren. Küchenschränke so umräumen, dass häufig benutztes Spülmaschinengeschirr (Teller, Tassen, Gläser) direkt neben der Spülmaschine eingeräumt werden. Für weite Wege Tablett benutzen. Nicht vorspülen, groben Schmutz mit Küchenkrepp abwischen.

Fazit: Die Tipps sind nützlich, lassen sich im Alltag aber nur dauerhaft umsetzen, wenn alle Haushaltsmitglieder sie beherzigen – und man für Besuch einen Einräumplan aufhängt. Wer – wie im Versuch – darauf besteht, die Spülmaschine systematisch und damit allein einzuräumen, ist beim Ausräumen in zwei Minuten fertig – hat aber auch die ganze Arbeit allein gemacht. 

So spart man Zeit beim Bügeln 

Bislang: Die Bügelwäsche stapelt sich im Korb, bis das Fernsehprogramm zur Nebenbei-Berieselung gut genug oder das Wetter an einem Sonntag ausreichend schlecht ist, um das Bügelbrett aufzustellen. Dann wird der Berg von oben nach unten abgearbeitet, was nur wenig Bügeltemperatur verträgt, bleibt bis zum Schluss liegen. Für neun T-Shirts (10 Minuten) und drei Hemden (12 Minuten) war das Bügeleisen bislang 22 Minuten im Einsatz (plus Zusammenlegen).

Tipps der Experten: Was nicht gebügelt wird (Handtücher, Unterwäsche), beim Abhängen  zusammenlegen. So muss man die Wäschestücke nicht noch mal zur Hand nehmen. Möglichst gleich vom Wäscheständer weg bügeln, damit die Wäsche nicht im Korb  verknittert. T-Shirts auf Kleiderbügeln trocken, so knittern sie weniger. Nach dem Bügeln wieder auf Kleiderbügeln in den Schrank hängen – das spart das Zusammenlegen. Wäsche nach Bügeltemperatur vorsortieren, mit der niedrigsten beginnen. T-Shirts oder Bettwäsche mit der Breitseite aufs Bügelbrett legen, so muss man die Wäschestücke seltener verschieben. Zeit nehmen beim Auflegen aufs Bügelbrett, sonst entstehen Falten, die mühsam wieder herausgebügelt werden müssen. Hemd mit dem Rücken aufs Bügelbrett legen, eine Vorderseite drüberlegen und bügeln, dann die zweite. Der Rücken muss so nicht  mehr extra gebügelt werden. Erst alles bügeln und zum Ausdampfen auf den Wäscheständer legen, dann zusammenlegen. Die Wäsche knittert sonst im Schrank wieder.

Fazit: Erst bügeln, dann zusammenlegen gibt einem zwar das Gefühl, schneller zu arbeiten, ­dauert insgesamt sogar eine  ­Minute länger – allerdings knittern die Kleidungsstücke tatsächlich weniger. Am meisten würde man hier wohl mit dem ­Kleiderbügel-Tipp ohne Zusammenlegen sparen. Das setzt aber voraus, dass der Kleiderschrank eine lange Kleiderstange und wenig Fächer hat. Die Hemden doppelt zu bügeln geht zwei ­Minuten schneller pro Hemd – wer viele ­davon hat, spart wirklich Zeit.

Tipps für das richtige Staubsaugen

Bislang: Einstecken und lossaugen. Vom Aufbewahrungsplatz des Staubsaugers in der Küche geht es recht beliebig durch die drei Zimmer der Wohnung. Stehen Mülleimer, Schuhe, Stühle oder Pflanzen im Weg, wird der Staubsauger ausgeschaltet, der Weg frei geräumt und dann weitergeputzt. Das dauert 15 Minuten.

Das raten die Experten: Regelmäßig den Staubbeutel leeren, damit die Saugkraft möglichst hoch ist. Zunächst den Boden in der ganzen Wohnung oder auf einem Stockwerk im Haus frei räumen. So muss das Saugen nicht ständig durch Wegräumen unterbrochen werden. Sich ein System überlegen: beispielsweise in der hintersten Raumecke anfangen und dann rückwärts zur Tür hin saugen, und zwar von links nach rechts. So wird der Boden nicht teilweise doppelt gesaugt und an anderen Stellen nicht.

Fazit: Es lohnt sich, nicht einfach planlos dem Schmutz hinterherzusaugen. Die Uhr gibt den Expertentipps recht: In zehn Minuten ist das Staubsaugen erledigt.

Tipps für Wäsche waschen bis Bad putzen 

Waschen: Wer Platz genug hat, sortiert die Wäsche in mehreren Sammelbehältern nach Farbe und Temperatur vor. ­Hemden verknittern weniger, wenn sie schon in der Schmutzwäsche nur mit ­anderen Hemden zusammenliegen. ­Hosentaschen werden gleich geleert und auf links gedreht, so kann die Wäsche dann direkt in die Maschine.

Staub wischen: Um den Staub aus Bücherregalen oder von den Buchrücken zu holen, empfehlen die Hauswirtschafterinnen keinen Lappen, sondern die  Polsterfugendüse vom Staubsauger. Für Regale oder Fenstersimse legt man sich am besten Einwegtücher oder Staubtücher aus synthetischen Spezialfasern (teils mit Öl und Wachs imprägniert) zu, an denen der Staub auch wirklich haften bleibt. Alte Tücher wirbeln den Staub oft nur auf – und die Arbeit geht wieder von vorn los. 

Böden feucht wischen: Der Staub haftet am besten an  einem nebelfeuchten Tuch aus Mischgewebe (keine reine Baumwolle). Weggeräumte Teppiche, Möbelstücke oder Pflanzen kommen erst wieder an ihren Platz, wenn der Boden richtig trocken ist – sonst kann sich darunter Schimmel bilden. 

Bad putzen: Wischt man die Dusche oder den Spiegel sofort nach dem Benutzen sauber, bleibt für die wöchentliche Putzrunde weniger Arbeit übrig. Verwendet man Reiniger, kommt dieser nie direkt auf Fliesen oder in die Badewanne, sondern immer erst auf einen Putzlappen. Danach wird mit klarem Wasser nachgewischt, sonst haftet der Staub schneller wieder an.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: