Der Holzgerlinger Gemeinderat hat das Zahlenwerk einstimmig auf den Weg gebracht. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Keine Kreditaufnahme und keine Steuererhöhungen: Trotz eines im Haushaltsplan veranschlagten Defizits von 3,4 Millionen Euro steht Holzgerlingen noch vergleichsweise gut da.

Im November hatte Holzgerlingens Kämmerer Jean-Rémy Planche den Haushaltsplan für 2026 vorgestellt. Nun wurde er einstimmig beschlossen. Mit einem veranschlagten Defizit von 3,4 Millionen Euro steht die Stadt in der Riege der Kommunen des Landkreises bei Weitem nicht alleine da. Lediglich drei von 26 steuern auf einen ausgeglichenen Haushalt zu, erläuterte Bürgermeister Ioannis Delakos in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres. Daher sei er „nicht pessimistisch“, sondern vielmehr stolz darauf, dass Holzgerlingen trotzdem ohne Steuererhöhungen und ohne Kreditaufnahmen auskomme.

 

Kritik an der Kreisumlage

Dieser positiven Haltung schlossen sich alle Fraktionen des Gemeinderats geschlossen an. In ihren Haushaltsreden lobten die Fraktionsvorsitzenden die „Kreativität und Weitsicht“ der Verwaltung (Freie Wähler, Nicole Frasch), die Investitionen in Kinderbetreuung und Bildung auch unter schwierigen finanziellen Bedingungen (SPD, Sarah Lorusso) sowie die Rücklagen, die weiterhin Stabilität ermöglichen (CDU, Alexander Wanner). Alle Fraktionsvorsitzenden gingen auf die Herausforderungen des Fachkräftemangels im pädagogischen Bereich ein – umso mehr seien die Ausgaben in diesem Bereich unverzichtbar, so der Tenor. Die aktuell diskutierte Erhöhung der Kreisumlage kritisierte Alexander Wanner dagegen als „fatales Signal“ und „Griff in die Taschen der Städte und Gemeinden“.

„Der Haushalt steht weniger für große neue Projekte, sondern für Verantwortung und Realismus“, fasste Lorusso zusammen. Ähnlich Nicole Frasch: „Der Haushalt 2026 ist kein Grund zum Jubeln, aber auch kein Anlass zur Resignation.“ Etwas anders klang das Ganze bei Jens Renz (BNU): „Ganz Württemberg ächzt unter klammen Kassen und immer neuen Erlassen aus fernen Hauptstädten, schreibt Jahr um Jahr rote Zahlen. Ganz Württemberg? Nein! Eine von unbeugsamen Holzgerlingern bevölkerte Kleinstadt in Schwaben hört nicht auf, dieser Misere Widerstand zu leisten.“

Asterix lässt grüßen

Unschwer zu erkennen, baute er seine Haushaltsrede wie einen Asterix und Obelix-Comic auf. Sein Ende der Geschichte: Der Haushalt „ist ein Kompromiss, er ist ehrlich, verantwortungsvoll, und typisch holzgerlingerisch: bodenständig, teilweise mutig, zukunftsblickend und unbeugsam. Ganz im Sinne von: Die spinnen, die Württemberger, aber Holzgerlingen hält stand und wird stark wie ein Hinkelstein sein.“