Rund 7500 Einwohner hat die Gemeinde Weissach. Die Gewerbesteuern fließen – dank Porsche. Foto: Simon Granville

Seit einigen Jahren plant Weissach mit hohen Gewerbesteuern – einem ansässigen Autohersteller sei Dank. Wegen des Spitzenjahres 2023 kommt auf die Gemeinde aber auch ein steiler Anstieg bei der zu zahlenden Kreisumlage zu.

Es sei eine kleine „Mammutaufgabe“ für den neuen Kämmerer gewesen, so Bürgermeister Jens Millow in der jüngsten Sitzung des Weissacher Gemeinderats: Martin Oberstebrink bekleidet den Posten an der Spitze der Kämmerei erst seit November des vergangenen Jahres. Kaum angekommen, musste er sich in die Planungen für das Haushaltsjahr 2025 stürzen. Etwas später dran als gewohnt ist man mit der Haushaltsplanung also – gerade erst sind die Gemeinderäte in Klausur gegangen, in der Mai-Sitzung sollen die Planungen dann verabschiedet werden.

 

Porsche bringt weiterhin hohe Gewerbesteuereinnahmen

Einen kleinen Einblick in die Lage in Sachen Haushalt konnte Oberstebrink in der Gemeinderatssitzung aber doch schon geben: „Äußerst gut“ stehe man da, kommentierte er, Bürgermeister Millow bewertet die Lage als „sehr zufriedenstellend.“ Die Gemeinde Weissach profitiert seit einigen Jahren wieder stark von der Wirtschaftskraft der ansässigen Firma Porsche, die hier ihren zweitgrößten Standort – nach Zuffenhausen – hat. Über 100 Millionen Euro Gewerbesteuereinnahmen bescherte die Porsche AG der kleinen Gemeinde im Jahr 2023. Das, so betont Oberstebrink, wird aber vorerst ein Ausreißer gewesen sein.

Jüngst meldete der Automobilhersteller zwar einen hohen Einbruch bei den Gewinnen, diese liegen aber trotzdem noch in Milliardenhöhe. Die Gewerbesteuereinnahmen, von denen ein großer Teil von Porsche stammt, werden für das Haushaltsjahr auf rund 65 Millionen Euro geschätzt. Gleichzeitig steigt aber auch die Kreisumlage, also die Abgaben der Gemeinde an den Landkreis Böblingen. Diese berechnet sich unter anderem aus den Gewerbesteuereinnahmen des Vorvorjahres – für das aktuelle Jahr also aus dem Spitzenjahr 2023. Mit einer sogenannten Rückstellung in Höhe von rund 68 Millionen Euro, die 2025 aufgelöst werden soll, hat man dieser Schwankung schon frühzeitig Sorge getragen, die Umlage wird trotzdem einschlagen.

Rücklagen bieten komfortables Polster

Ab 2027, so Oberstebrink, werde man wieder in ruhigeren Gewässern fahren. Dann würden sich nach aktuellem Planungsstand auch die Umlagen auf einem jährlich ähnlichen Niveau einpendeln. Ohnehin ist Weissach im Vergleich mit manch anderer Kommune in einer komfortablen Position: Man kann auf Rücklagen in Höhe von rund 200 Millionen Euro zurückgreifen. Trotz einiger Investitionen in die Infrastruktur wird der Ergebnishaushalt 2025 ein Plus von rund 15 Millionen einfahren. In Zeiten, in denen laut Städte- und Gemeindetag immer mehr Kommunen über klamme Kassen klagen, ist das wohl eine rosige Ausgangslage – obwohl die Gewerbeeinnahmen auch recht volatil sein können.