Will die Regeln für städtische Geldanlagen ändern: Finanzbürgermeister Michael Föll, CDU Foto: Lichtgut/Leif Piechowski

Die Landeshauptstadt hat über ihre Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (SVV) mit Geldanlagen im vergangenen Jahr 21,89 Millionen Euro verdient. Insgesamt waren in verschiedenen Fonds zum Jahresende 516,3 Millionen Euro angelegt.

Stuttgart - Die Landeshauptstadt hat über ihre Stuttgarter Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (SVV) mit Geldanlagen im vergangenen Jahr 21,89 Millionen Euro verdient. Insgesamt waren in verschiedenen Fonds zum Jahresende 516,3 Millionen Euro angelegt. Der zulässige Anteil an Aktien und Unternehmensanleihen soll nun um fünf maximal 30 Prozent erhöht werden.

Zwischen 3,5 und vier Prozent Rendite warfen die Geldanlagen der SVV 2014 ab. Die Rendite soll durch „mehr Gestaltungsmöglichkeiten und breitere Risikoverteilung durch größeren Handlungsspielraum“ gehalten werden, heißt es in einer Vorlage an den Gemeinderat. „Anpassungen an die veränderte Finanzmarktlage“ seien nötig.

Dazu sollen künftig bis zu 30 statt 25 Prozent der Gelder in Aktien oder Unternehmensanleihen im Euroraum investiert werden dürfen. Bei Staatsanleihen soll das Rating, ab dem die Stadt kaufen darf, abgesenkt werden. Damit werde auch „der Erwerb von französischen und belgischen Anleihen möglich“. Bisher sei der Deutschland-Anteil bei den Anleihen hoch, bei weiteren Herabstufungen anderer Staaten würde er weiter steigen. Bei den Anlagen sollen Nachhaltigkeitskriterien „in den Bereich Umwelt, Soziales und Unternehmensführung“ berücksichtigt werden.

Die Gewinne der SVV-Fonds nutzt die Stadt steuermindernd zum Ausgleich von Verlusten der Stuttgarter Straßenbahnen AG (SSB) und der Stadtwerke. Die SSB brauchte 2014 erstmals keine Finanzspritze, weil sie Tafelsilber in Form von Immobilien und Grundstücken abstieß. Der gestiegene Verlust der Stadtwerke (4,8, im Vorjahr 4,2 Millionen Euro) konnte durch den Gewinn der Hafengesellschaft (5,8 Millionen Euro) mehr als ausgeglichen werden. 2015 werde bei den Stadtwerken „mit einem ausgeglichenen Ergebnis gerechnet“, äußert Finanzbürgermeister Michael Föll (CDU) eine klare Erwartungshaltung.

Die Stadtwerke weisen inzwischen, vor allem durch den Kauf von Windparks, ein Anlagevermögen in Höhe von 321 Millionen Euro aus. 2014 übernahmen sie von der Energie Baden-Württemberg 75 Prozent des Stuttgarter Strom- und Gasnetzes, dessen Betrieb fünf Prozent Rendite bringen soll. Zur Übernahme wurde ein Fonds zum Buchwert von 100 Millionen Euro aufgelöst.

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