Das Haus im Urbacher Ortskern ist schwer beschädigt worden. Ein Mensch starb in den Flammen. Foto: SDMG

Beim Brand im historischen Fachwerkgebäude Ochsen in Urbach ist ein Mensch zu Tode gekommen. Die Polizei hat dies nun offiziell bestätigt und mitgeteilt, um wen es sich dabei handelt.

Urbach - Es ist der seit geraumer Zeit schlimmste Hausbrand im Raum Schorndorf: Am Freitagmorgen ist in der Beckengasse im Ortskern der Gemeinde Urbach (Rems-Murr-Kreis) ein Mehrfamilienhaus in Brand geraten. In dem denkmalgeschützten Gebäude aus dem Mittelalter, dem ehemaligen Gasthof Ochsen, sind insgesamt offiziell 14 Menschen als Bewohner gemeldet. Nach den Angaben der Polizei ist eine Person leicht, eine weitere schwer verletzt worden. Ein Hausbewohner, der zunächst vermisst wurde, ist in den Flammen zu Tode gekommen. Die Polizei hat nun mitgeteilt, dass es sich bei dem Toten um einen 62 Jahre alten Mann handelt, der in einer Sozialwohnung im zweiten Stock des Gebäudes wohnte. Dort hatten auch die beiden Verletzten ihre Bleibe. Es handelt sich um einen 31-Jährigen und einen 52 Jahre alten Mann. Der Jüngere der beiden hat bei dem Feuer schwere Verletzungen erlitten.

Sachspenden sind willkommen

Die übrigen elf Hausbewohner, darunter sind zwei Kleinkinder, blieben unverletzt, stehen aber nun ohne all ihr Hab und Gut da. Wer helfen kann und will, wer Sachspenden hat oder eine leere Wohnung kann sich an Achimn Grockenberger von der Gemeinde wenden unter grockenberger@urbach.de oder per Telefon unter 0.71 81/80 07 36.

Das betroffene Gebäude sei extrem verwinkelt, was die Arbeit für die Einsatzkräfte noch erschwert habe, berichtet der Polizeisprecher Ronald Krötz. Kurz vor 7.30 Uhr hätten Bewohner den Vollbrand gemeldet. Bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte hätten Anwohner bereits Leitern an das brennende Gebäude angelegt um Bewohnern des Hauses die Flucht aus dem brennenden Gebäude zu ermöglichen, berichtet Ronald Krötz.

Rauchsäule weithin sichtbar

Das bestätigt auch ein Anwohner, der namentlich nicht genannt werden möchte: „Ich habe aufgeregte Nachbarn auf der Straße gesehen“, erzählt der Mann. So sei er auf den Brand ein paar Häuser weiter aufmerksam geworden. Im Erdgeschoss des gelben Gebäudes habe es angefangen zu brennen. „Wir waren panisch“, erzählt der Mann. Und: „Es ist heftig zugegangen.“ Auch in den sozialen Netzwerken posteten die Urbacher Bilder vom brennenden Gebäude und von der Rauchsäule, die weithin sichtbar war.

„Das ist der größte Einsatz in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Urbach“, sagt Bürgermeisterin Martina Fehrlen. Mehr als 130 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Urbach, Plüderhausen, Schorndorf, Fellbach und Welzheim sowie Einsatzkräfte des Rettungsdienstes und Sanitäter waren am Freitagmorgen vor Ort. „Es war schrecklich“, sagt Fehrlen sichtlich bewegt. Zum Glück habe die Feuerwehr das Übergreifen der Flammen auf Nachbargebäude verhindern können. Vorsorglich wurden diese Gebäude, die dicht am Brandort stehen, evakuiert. Noch gegen 13 Uhr war die Feuerwehr mit Nachlöscharbeiten beschäftigt.

Gebäude ist einsturzgefährdet

Das Mehrfamilienhaus ist ein Privatgebäude, das den Urbachern als „Historischer Ochsen“ bekannt ist. In dem Gebäude hat die Gemeinde Urbach eine Wohnung, in der sie obdachlos gewordene Menschen unterbringt. Alle Bewohner hat die Gemeinde vorläufig anderweitig untergebracht. Das Haus selbst ist offenbar nicht mehr zu retten und einsturzgefährdet. Den Schaden beziffert die Polizei mit mindestens 200 000 Euro. Die Kriminalpolizei hat die ermittlungen zur Ursache des Brandes aufgenommen. Laut Polizie liegen keine Hinweise auf eine vorsätzliche Brandlegung vor.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: