Die Aufbruch-Stuttgart-Macher bei der Hauptversammlung im Hospitalhof. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Die inzwischen mehr als 400 Mitglieder zählende Initiative Aufbruch Stuttgart hat zu ihrer ersten ordentlichen Mitgliederversammlung geladen.

Stuttgart - Nur wenige Stühle sind leer gewesen. Rund 250 Besucher kamen in den Hospitalhof zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung des gemeinnützigen Vereins „Aufbruch Stuttgart“. „Wir sind nun über 400 Mitglieder, werden ernst genommen“, berichtete der Vorstandsvorsitzende Wieland Backes, Begründer der Talkshow Nachtcafé. Er ergänzte: „Unsere Projektgruppen haben die inhaltliche Arbeit aufgenommen.“

Kontakte mit Politikern verschiedener Couleur

Kontakte habe es mit Politikern verschiedener Couleur gegeben. Ein Gespräch mit Oberbürgermeister Fritz Kuhn und Baubürgermeister Peter Pätzold (beide Grüne) und Kulturbürgermeister Fabian Mayer (CDU) habe gezeigt, dass Pläne, die als „kalter Kaffee“ galten, wieder hoch aktuell seien. „Die Stadt hat ein Fachkolloquium angekündigt und einen Wettbewerb für die Konrad-Adenauer-Straße“, so Backes. Die Aufbruch-Initiative wolle der Verwaltung als „konstruktives Gegenüber“ Ideen und Impulse zur „Stadtentwicklung und Stadtgestaltung“ geben. „Eine Vision für Stuttgart – Von der PS-Meile zum lebendigen Kulturquartier“ lautet ihr Credo. Ihr Ziel lautet: die in den 70er-Jahren propagierte autogerechte Stadt zur menschengerechten zu verwandeln. Die viel befahrene Verkehrsschneise Konrad-Adenauer-Straße, Teil der B14, die die Kulturinstitutionen Staatsgalerie, Haus der Geschichte und Opernhaus trennt, soll beseitigt, der Bereich Schillerstraße, Charlottenplatz und Planie zur Flaniermeile werden. Die Sanierung des Opernhauses biete hierfür die Chance. Verfolgt werden sollen auch Neubauten des Lindenmuseums sowie eines Konzerthauses. Am 17. September könnte das symbolträchtige Frühstück stattfinden, das die Initiative auf der B14 plant. „Es gibt zwei Modelle, eines ist die Sperrung der Konrad-Adenauer-Straße. Dazu müssen wir ein Verkehrsgutachten auf eigene Kosten beauftragen. Das zweite ist noch geheim“, sagte Backes.

Als nächstes kommt OB Kuhn zur Initiative

Offen sprach Horst Stammler, Geschäftsführer des Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart GmbH (VVS), über „Mehr Mobilität geht auch ohne Auto“. Der Zuwachs des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) – in Stuttgart steigen stetig die Fahrgastzahlen – gehöre zu den weltweiten Megatrends. Wie der Wertewandel: Junge urbane Menschen besäßen weniger eigene Fahrzeuge. „ Elektromobilität, autonomes Fahren, Citymaut. In zehn Jahren wird kein Politiker dafür gescholten, Stuttgart wird eine andere Mobilität haben“, sagte Stammler. Dass der ÖPNV kostengünstig sein müsse, wie moniert wurde, sah auch Stammler. Anderswo flössen aber mehr öffentliche Gelder. Auch OB Kuhn kommt zu der Initiative: Deren Fragen stellt er sich öffentlich am 16. Mai um 19 Uhr im Hospitalhof unter dem Motto „Was nun, Herr Kuhn?“.