Oberndorf: Das Sturmgewehr G36 steht beim Waffenhersteller Heckler & Koch in einem Ausstellungsraum. Beim Waffenhersteller Heckler & Koch hat ein neuer Großaktionär die Macht übernommen. Foto: dpa/Patrick Seeger

Beim Waffenhersteller Heckler & Koch hat ein neuer Großaktionär die Macht übernommen. Erstmals seit fast zwei Jahrzehnten hat nicht mehr der deutsche Investor Andreas Heeschen das Sagen.

Oberndorf - Beim Waffenhersteller Heckler & Koch hat ein neuer Großaktionär die Macht übernommen. Am Donnerstag fand am Firmensitz in Oberndorf eine Online-Hauptversammlung statt, bei der sich die Luxemburger Finanzholding CDE gegen den deutschen Investor Andreas Heeschen in mehreren Abstimmungen durchsetzte. Heeschen hatte ab 2002 die Mehrheit an H&K gehalten, diese aber im Juli wegen eines lange zurückliegenden Pfandgeschäfts an die CDE abtreten müssen. Den Aktionärstreff nutzte die Holding, um Entscheidungen aus der Heeschen-Zeit rückgängig zu machen. So wurde ein Beschluss gekippt, demzufolge dem Deutschen ein Aufsichtsratsmandat zusteht.

Opfer des Machtkampfes war der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr Harald Kujat, der vor einem Jahr auf Vorschlag Heeschens in den Aufsichtsrat gekommen und an dessen Spitze gerückt war. Die CDE hatte diese Personalie abgelehnt und Kujat mangelnde Wirtschaftskenntnisse vorgeworfen. Ein erster Abwahlantrag Ende 2019 scheiterte, weil damals noch Heeschen die Mehrheit hielt und zu Kujat stand. Das brachte dem pensionierten General nun nichts mehr, da Heeschen nur noch einen Minderheitsanteil an der Firma hält. Bei den Abstimmungen kam die CDE-Seite grob gesagt auf drei Viertel und die Heeschen-Seite auf ein Viertel der abgegebenen Stimmen.

Angesichts der neuen Mehrheitsverhältnisse hatte der 78-jährige Militär bereits im Juli seinen Rücktritt erklärt, der am Donnerstag wirksam wurde. Auch ein weiterer Heeschen-Vertrauter verließ den Aufsichtsrat, ein CDE-Vertreter wurde hingegen erneut in das Gremium gewählt. Wer Kujats Nachfolger als Aufsichtsratschef wird, ist noch offen. Der Vorstand will diesen nun gerichtlich bestellen lassen.

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