Der Bezirksbeirat auf der Suche nach dem besten Überweg. Foto: Horst Rudel

Auch das Verbotsschild hält Fußgänger derzeit nicht davon ab, zwischen Südtor und Marienplatz die B 14 zu überqueren – obwohl das gefährlich sein kann. Deshalb soll dort jetzt eine neue Ampel gebaut werden.

S-Süd - Im Ausnahmefall ist sogar verkehrswidriges Verhalten im öffentlichen Interesse – zumindest dann, wenn es darum geht, zu bestimmen, wo eine neue Fußgängerampel aufgestellt werden soll. Lange mussten die Mitglieder des Bezirksbeirats Süd bei ihrem Vorortstermin am Marienplatz auch nicht warten, bis die ersten Fußgänger sich vom Eingang des Supermarkts aus über die Hauptstätter Straße in ihre Richtung wagten. Weder das Fußgängerverbotsschild noch das Fehlen einer Ampel hielt jüngere wie ältere Passanten vom verbotenen und gefährlichen Überqueren ab. Selbst der Polizist in Uniform auf der anderen Straßenseite schreckte die wenigsten.

Viele der Fußgänger schienen vielmehr die Ampelphasen in diesem Bereich so gut zu kennen, dass sie genau wussten, wann sie sich auf eine der begrünten Verkehrsinseln in der Mitte der Hauptstätter Straße begeben konnten. Allein innerhalb eines Tages hat die Verwaltung 432 Menschen gezählt, die das Fußgängerverbotsschild missachtet haben. Viele davon nehmen fast den gleichen Weg und genau diesen Ideal-Trampelpfad versuchten die Bezirksbeiräte mit ihren Änderungsvorschlägen zum Entwurf der Verwaltung für die neue Ampelanlage zu berücksichtigen.

Genauigkeit vor Schnelligkeit

Manchem war das schon wieder zu viel Aufwand, um den Standort einer einzigen Ampelanlage zu bestimmen. Entscheidend sei, dass die Ampel schnell komme, sagte zum Beispiel Alfred Hils (Freie Wähler), und nicht, ob sie einen Meter weiter links oder rechts platziert werde. Das wollte Bezirksvorsteher Rupert Kellermann so nicht gelten lassen: Schließlich müsse die Ampel später tatsächlich genutzt werden.

Kellermann ging es vor allem um die Hinführung zur Ampel, die die Fußgänger vom Marienplatz aus gesehen links an der Wendespur über die Hauptstätter Straße leiten soll. Auf der Seite des Marienplatzes wird eine Rampe benötigt, um den Höhenunterschied zur Straße auszugleichen. Den Verlauf eben dieser Rampe hielten die Bezirksbeiräte mehrheitlich für verbesserungswürdig. In dem Vorschlag der Verwaltung führt die Rampe über einen Winkel zur Ampel. Gegen diese Streckenführung sprechen zwei Dinge: Zum einen müsste einer der beiden Bäume an der Ecke des Fahrradgeschäfts gefällt werden, zum anderen ist anzunehmen, dass Fußgänger versuchen, den Winkel abzukürzen. Auch auf der anderen Straßenseite erhofft sich der Bezirksbeirat Süd eine bessere Hinführung zur Ampel, so dass diese optisch als Verlängerung der Treppe zum Eingang von Super- und Drogeriemarkt empfunden werde. Der Umwelt- und Technikausschuss (UTA) des Gemeinderats entscheidet nun am 19. Juni über die Vorschläge. Der UTA hatte die Beschlussfassung über die Ampelanlage im Mai zurückgestellt, um die Hinweise des Bezirksbeirats abzuwarten.

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