Das Linienbündel 11 von Filderstadt über Harthausen nach Aichtal soll sich ändern – mit Vor- und Nachteilen. Foto: z

Der Busverkehr in Filderstadt-Harthausen wird billiger und der Verkehr bekommt Frequenzen im Halbstunden-Takt. Das ist überwiegend gut – nicht aber für alle.

Filderstadt - Harthausen wird künftig zum Filderstädter ÖPNV-Eldorado: Die Ostzone der Filderkommune wird mit einer neuen Busline mit der großen weiten Welt verbunden. Der Technische Ausschuss des Gemeinderats hat am Mittwochabend dafür die Weichen gestellt.

Die Grundlage dafür ist das sogenannte Linienbündel 11 des Landkreises von Filderstadt nach Aichtal über die Bonländer Gutenhalde und Harthausen. Dabei entfällt die bisherige Linie 75 der SSB, aber der Linie 809 zum Busbahnhof in Bernhausen werden zum Ausgleich verbindliche Manieren beigebracht: Erstmals werktags zwischen 20 und 24 Uhr und samstags fahren die Busse im Halbstundentakt. Die Ausgaben für die dafür notwendigen etwa 16 100 Betriebskilometer, die für die Stadt anfallen, betragen jährlich rund 25 000 Euro. Die andere Hälfte der Kosten trägt der Kreis. Um für die Busse eine bessere Fahrplanstabilität im Sinne von weniger Verspätungen und kürzeren Fahrzeiten zu erreichen, entfällt allerdings die Haltestelle der Carl-Zeiss-Straße im Gewerbegebiet.

Der Baubürgermeister sieht für Harthausen einen Mehrgewinn

Aus Sicht der Verwaltung liegen die Haltestellen Roßbergstraße und Hasenheim noch nahe genug an den Wohngebäuden nordöstlich des Gewerbegebiets, um allzuweite Fußwege zu vermeiden. Diese für manche bittere Pille bekommt aber einen Zuckerguss: Weil es dann innerorts nur drei statt vier Haltestellen gibt, kann man, anders als bisher, zum Kurzstreckentarif von 1,30 Euro von einem Ende des Stadtteils zum anderen gelangen. Bisher musste dafür ein Ein-Zonen-Ticket für 2,40 Euro gelöst werden. Auch der Nachtbus N92 soll mit vier Fahrten beibehalten werden und am Schülerverkehr gibt es keine Abstriche.

„Ich sehe alles in allem für Harthausen einen deutlichen Mehrgewinn“, stellte Baubürgermeister Reinhard Molt fest. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Walter Bauer stimmte ihm zu: „Ich sehe auch überwiegend Positives. Erfreulich ist, dass wir, wie von uns beantragt, einen Kurzstreckentarif bekommen. Trotz des Nachteils für einige Einwohner sei das alles in allem ein Gewinn. „Auch die Takte sind ein Fortschritt.“ Außerdem beantragte Bauer, an der Haltestelle beim Netto-Supermarkt ein Wartehäuschen zu errichten.

Kurzstreckentarif in Bernhausen soll ebenfalls geprüft werden

Auch Rolf Lienemann (CDU/FDP) sprach von einer allgemeinen Verbesserung der Gesamtsituation: „Richtig gut ist das für Harthausen, das eine Anbindung an die S-Bahn erhält.“ Er regte an, zu prüfen, ob nicht auch in Bernhausen durch den Wegfall der Bushaltestelle 200 Meter entfernt vom S-Bahnhof an der Fußgängerzone ein Kurzstreckentarif zu erreichen sei. „Wir werden das prüfen“, versprach Ordnungsamtsleiter Jan-Stefan Blessing.

„Wir begrüßen die Verbesserungen. Damit kommt man unseren Zielen, den ÖPNV attraktiver zu machen, immer näher“, sagte die Grünen-Fraktionsvorsitzende Catherine Kalarrytou.

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