Jungbulle Erwin (rechts) lebt nun wieder zusammen mit seiner Mutter, einer weiteren Elchkuh und seinem Zwillingsbruder im Gehege des Pforzheimer Wildparks am Rand des Schwarzwalds. Foto: Armbruster

Etwas mehr als eine Woche ist Elch Erwin nach seinem Ausflug in die Ortenau wieder im Wildpark. Dort hat er sich augenscheinlich gut eingelebt.

Gelassen beäugten Erwin und seine Elchfamilie am Wochenende den Besuch aus Lahr. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder, seiner Mutter und einer weiteren Elchkuh lagerte er im Gehege am Pforzheimer Stadtrand, direkt angrenzend an den Wald.

 

Später spazierte die Elchtruppe entspannt über das Areal. Sein Schwarzwald-Abenteuer überstand Erwin – oder Lord Fynn, wie er ursprünglich in Pforzheim hieß – augenscheinlich unbeschadet. Gelassen blickt auch Carsten Schwarz, Leiter des Pforzheimer Wildparks, auf die vergangenen zwei Wochen zurück.

Dabei waren diese eigentlich recht turbulent, verrät er im Gespräch mit dem Schwarzwälder Boten. Hinter dem Förster liegt nicht nur das Elch-Abenteuer im Ortenaukreis und die Rückführung Erwins in den Wildpark. Am Samstag fand zudem noch die Eröffnung des neuen Eingangszentrums des Wildparks statt.

Wie Erwin in die Ortenau kam ist weiterhin unklar

„Bei den Elchen herrscht Tiefenentspannung“, bestätigt Schwarz den Eindruck der Redaktion. Der Jungbulle habe sich wieder sehr gut in seine alte Familie integriert. Wie genau der junge Elch in den Bereich zwischen Wolf- und Harmersbachtal geriet, ist weiter unklar.

Eigentlich sollte ein Tiertransporteur den Jungbullen in ein Gehege nach Passau bringen. Dort kam Erwin aber nie an, sondern tauchte Anfang Oktober im Ortenaukreis auf – und sorgte bundesweit für Medienwirbel.

Grade aufgestanden streckte sich Elch Erwin beim Besuch unserer Redaktion ordentlich, bevor er zu einem Spaziergang aufbrach. Foto: Armbruster

„Wir haben so unsere Mutmaßungen, jetzt ist aber erst mal die Polizei am Ruder“, erklärt Schwarz darauf angesprochen. Der Transfer nach Bayern sei von langer Hand geplant gewesen – nur wussten die Betreiber des dortigen Geheges offenbar von nichts. Der damit beauftragte Tiertransporteur wiederum schweigt bislang zu dem Vorfall.

Polizei in Offenburg ist mit Ermittlungen befasst

Dieser müsse sich selbst auch nicht belasten, erläutert Volker Olbrisch, Sprecher des Polizeipräsidiums Offenburg, auf Anfrage unserer Redaktion. Der dortige Fachbereich Gewerbe und Umwelt ermittelt. „Die Kollegen führen Vernehmungen durch und schauen, ob überhaupt eine strafbare Handlung vorliegt“, so Olbrisch. Noch lasse sich dazu nichts Konkretes sagen.

Mit teils unverhohlener Neugier aber ziemlich gelassen beobachtete Erwins Elchfamilie den Besuch aus Lahr. Foto: Armbruster

Derweil sieht es in Pforzheim so aus, als könnte Erwin dauerhaft mit seiner Familie leben. Der Jungbulle sollte ursprünglich nach Bayern abgegeben werden, um Inzucht im Wildpark zu vermeiden. „Wir sind jetzt mit der Zoo-Tierärztin in Kontakt und suchen nach einer Lösung“, schildert Parkleiter Schwarz. Erste Aussagen seien positiv ausgefallen.

„Der Erwin ist jetzt ja ein Star, noch dazu einer ohne Allüren – wieso sollen wir ihn nicht behalten?“, scherzt Schwarz.