Durch Kot und Urin der Rötelmaus (Foto) wird das Virus übertragen. Die Tiere selbst leiden nicht unter den Krankheitssymptomen. Foto: Lehtikuva_Oy

Das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg hat seit März einen deutlichen Anstieg der Erkrankungen am Hantavirus registriert. Bislang gab es 441 Fälle. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu dem Thema gibt es hier.

Stuttgart - Die Zahl der am Hantavirus erkrankten Menschen in Baden-Württemberg ist in diesem Jahr höher als in den vergangenen vier Jahren zusammen. 441 Fälle sind dem Landesgesundheitsamt bekannt, die Dunkelziffer wird jedoch darüber liegen. Nur in den Epidemiejahren 2010 (518 Fälle) und 2012 (1003) waren mehr Personen betroffen. Anhand der wöchentlich registrierten Zahlen ist erkennbar, dass es seit März einen deutlichen Anstieg gab. Wir erklären, wie Sie sich vor einer Erkrankung schützen können.

Wie übertragen sich die Viren?

Nagetiere wie die Rötelmaus tragen das Hantavirus in sich. Durch Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Kot- und Urinausscheidungen gelangen die Viren in den menschlichen Organismus.

Was sind die Symptome?

Der Hantavirus hat verschiedene Ausprägungen. Die Infektion bleibt meist unbemerkt. Der in Deutschland häufig vorkommende Puumala-Virus zeichnet sich durch grippeähnliche Symptome aus wie abrupt einsetzendes hohes Fieber über mehrere Tage, das oft einher geht mit Kopf-, Bauch-, Rücken- und Gliederschmerzen. Danach folgt meist ein Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen. Im schlimmsten Fall tritt ein akutes Nierenversagen auf. Blutungen sind im Zusammenhang mit dem Hantavirus eher selten.

Schwere Erkrankungen müssen im Krankenhaus behandelt werden. Andernfalls kann die Erkrankung im schlimmsten Fall zum Tode führen.

Wer ist gefährdet?

Wer gerne im Wald joggen geht oder Fahrrad fährt, sollte vorsichtig sein. Neben Staub können die Aktiven auch Ausscheidungen von Nagetieren aufwirbeln und einatmen. Gleiches gilt für das Reinigen von Kellern oder Dachböden sowie Holzarbeiten in Wald und Garten. Laut Landesgesundheitsamt sind Forstarbeiter und Gärtner besonders gefährdete Berufsgruppen.

Welche Gebiete sind betroffen?

Die höchsten Erkrankungsraten haben laut Landesgesundheitsamt die Schwäbische Alb, das Albvorland, die Gebiete Neckargäu- und Tauberplatten sowie Odenwald und Oberschwaben. Da sich die übertragende Rötelmaus von Bucheckern ernährt, sind Buchenwälder oft Endemiegebiete.

Eine Karte mit den aktuellen Fallzahlen finden Sie hier.

Wie kann man sich schützen?

„Der wirksamste Schutz vor Infektionen besteht im Vermeiden von Kontakten mit den Ausscheidungen von Rötelmäusen“, schreibt das Landesgesundheitsamt. Sollten Räumlichkeiten von Nagetieren bewohnt werden, wird eine intensive Bekämpfung empfohlen. Das Reinigen von befallenen Räumen sollte nur mit Atemschutzmaske und Handschuhen vorgenommen werden. Tote Tiere sowie Exkremente sollten zunächst mit Desinfektionsmitteln besprüht werden, bevor man sie entsorgt. Weitere Präventionsmaßnahmen können sie hier nachlesen.

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