Erhöhte Unfallgefahr: Während eines Telefonats ist die Aufmerksamkeit deutlich abgelenkt Foto: dpa-tmn

Telefonieren am Steuer ist für Baden-Württembergs Polizei inzwischen kein Kavaliersdelikt mehr. Angesichts der erhöhten Unfallgefahr gibt es Schwerpunktkontrollen, die Zahl der ertappten Sünder im Land steigt.

Stuttgart - Baden-Württembergs Polizei erwischt immer mehr Autofahrer, die während der Fahrt mit ihrem Handy beschäftigt sind. Wie das Innenministerium unserer Zeitung sagte, wurden 2016 im Land 58 866 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer ­registriert – 31 Prozent mehr als im Vorjahr.

Verstärkte Kontrollen

Ein Sprecher von Innenminister Thomas Strobl (CDU) begründete den Anstieg ­damit, dass die Polizei im Südwesten das Handy-Verbot inzwischen verstärkt kontrolliere. Angesichts der unguten Entwicklung in diesem Bereich habe man hier einen klaren Schwerpunkt gesetzt.

Laut Innenministerium erhöht die Ablenkung durch ein Handy die Unfallgefahr drastisch. Strobl appellierte daher an die Autofahrer, das Handy-Verbot einzuhalten. „Die Entscheidung, beim Fahren zu telefonieren oder eine SMS zu schreiben, wird oft ganz beiläufig und nebenbei getroffen“, sagte er unserer Zeitung. „Aber sie kann ein ­Leben tiefgreifend verändern, erschüttern – und in trauriger Konsequenz sogar beenden.“ Es gehe nicht nur um einen verlorenen Führerschein oder strafrechtliche Konsequenzen, so Strobl weiter. „Es geht um das eigene und fremde Leben.“

Höhere Strafen geplant

Strobl begrüßte die Pläne für höhere Strafen. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will das Bußgeld bei Handy-Verstößen von 60 Euro (plus einem Punkt in Flensburg) auf 100 Euro erhöhen. In gravierenden Fällen sollen bis zu 200 Euro fällig werden und ein einmonatiges Fahrverbot folgen. Radfahrer, die telefonieren, sollen statt 25 Euro künftig 55 Euro zahlen.

Leichter Rückgang in Stuttgart

Gegen den Landestrend wurden in Stuttgart 2016 etwas weniger Handy-Verstöße registriert. Ein Polizeisprecher begründete dies damit, dass die Stuttgarter Polizei mit anderen Aufgaben extrem belastet sei .

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