Die Kammer hat die besten Nachwuchshandwerker gekürt. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Für 68 Berufsanfänger hat das Handwerk mit Sicherheit goldenen Boden. Sie haben sich als die besten Auszubildenden des zurückliegenden Prüfungsjahrgangs bewährt und wurden dafür ausgezeichnet.

Stuttgart - Ob Fachverkäufer, Lackierer oder Raumausstatter – gesucht sind gute Fachkräfte wie nie zuvor. Und wer seine Ausbildung als Jahrgangsbeste oder -bester in der Region Stuttgart abgeschlossen hat, kann sich bei den Arbeitgebern sogar die Rosinen herauspicken. Zu den Gewinnern im Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks 2019 gehören in diesem Jahr in der Region 44 Männer und 24 Frauen.

Kammervizepräsident Alexander Kotz bescheinigt den Junghandwerkern „enormen Trainingsfleiß, außerordentliches Können und Durchhaltevermögen“, sie zeichneten sich durch Motivation, Einsatz und Kreativität aus. Das Land brauche „diese qualifizierte Elite, ohne die wir unseren Wohlstand und unsere Lebensqualität nur schwer halten können“. Er empfiehlt ihnen, den Meistertitel anzuhängen.

Mit Fleiß an die Spitze

Die Siegerliste erfasst die ganze Bandbreite handwerklicher Berufe: Die Modistin Ruth Wulffen beim Staatstheater Stuttgart, der Graveur Hassan Sigaroodi von der Waldenmaier GmbH, die Kosmetikerin Juliana-Micaela Coelho Teixeira von der Gablenberger Kosmetik-Ecke, der Zweiradmechatroniker Valerian Mies von Paul Lange oder der Fahrzeuglackierer Jens Szeibert von Daimler sind nur eine kleine Auswahl. Zu den drei Herausragenden gehört Mohammad Haidari, Maler und Lackierer. Der 27-Jährige kam 2015 aus dem Iran, lernte innerhalb von vier Jahren Deutsch, fand einen Ausbildungsplatz bei Heinrich Schmid in Fellbach und hat nun mit Bravour bestanden. Die 22-jährige Alexandra Koutsogiannakis zeichnet sich durch Spitzenleistung und ihr Durchsetzungsvermögen in der Männerdomäne der Schornsteinfeger aus. Die Frau aus Ostfildern hat ihre Ausbildung beim Bezirksschornsteinfegermeister Gunther Hosemann absolviert. Die dritte des Spitzentrios ist Jennifer Schmid, die bei Rühle Bestattungen in Gärtringen (Kreis Böblingen) lernte und nun als beste ihres Jahrgangs gilt. Dafür erhält sie zudem den Förderpreis des Rotary Club Stuttgart in Höhe von 1000 Euro. Zwei weitere Förderpreise in gleicher Höhe gehen an die Fachverkäuferin Victoria Ruppert und den Anlagenmechaniker Tamas Gemes.

Frauen auf dem Vormarsch

Dass an diesem Freitag 24 statt vormals 20 Frauen auf dem Siegerpodest der Handwerkskammer standen, sieht Hauptgeschäftsführer Thomas Hoefling als Beweis dafür, „dass die Bemühungen fruchten, das Auswahlspektrum der Berufe zu erweitern“. Beste ihres Berufszweigs waren zum Beispiel Annalena Roth bei den Automobilkaufleuten und die Allgäuerin Ina Anwander bei den Zimmerern.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: