Donald Trumps protektionistischer Kurs wird nicht nur in der EU kritisiert. Foto: dpa

Die EU sollte im Streit mit den USA die Beziehungen zum Rest der Welt ausbauen, meint Markus Grabitz. Sonst gerät sie handelspolitisch in die Isolation, meint Markus Grabitz.

Brüssel - US-Präsident Donald Trump wird von immer mehr guten Geistern verlassen und schickt sich an, mit haarsträubender Begründung einen Handelskrieg gegen die alten Freunde auf der anderen Seite des Atlantiks anzuzetteln. Dagegen setzt die EU auf die richtige Strategie. Sie will es ihm nicht mit gleicher Münze heimzahlen, wenn er Strafzölle gegen Stahl und Aluminium aus Europa verhängt. Vielmehr zielt sie auf ausgewählte Ikonen der US-Wirtschaft.

Die Gegenmaßnahmen sollen zeigen, dass man sich wehrt. Es geht um eine Symbolwirkung, wenn Luxusjachten, Bourbon und Harleys mit höheren Zöllen belegt werden sollen. Mit der vollen Breitseite zu reagieren hieße dagegen, auf Eskalation zu setzen. Allerdings könnten neue Strafzölle aus Washington, etwa gegen Autoimporte aus Europa, die Folge sein. Die EU behält sich ihrerseits vor, zu Schutzzöllen zu greifen, sollte Europa jetzt von Stahlexporten aus Brasilien und China überschwemmt werden.

Die EU muss den Schulterschluss suchen

Doch davon sollte sich Brüssel möglichst fernhalten. Gerade in der jetzigen Phase muss die Europäische Union alles tun, um handelspolitisch nicht in die Isolation zu geraten. Das Gegenteil ist angezeigt: Die EU muss den Schulterschluss mit anderen Ländern suchen, die Interessen am freien Handel haben. Deshalb ist es höchste Zeit, die Verhandlungen mit Australien, Indien und den südamerikanischen Ländern über Freihandelsabkommen energisch voranzutreiben.

Gerade in diesen dramatischen Wochen zeigt sich wieder: Handel ohne Zollschranken über möglichst alle Kontinente hinweg ist immer noch der sicherste Weg, wenn es darum geht, vielen Menschen hier und in ehemals rückständigen Ländern zu Arbeit und Auskommen für ihre Familien zu ­verhelfen.

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