Ein Eingriff des Videoschiedsrichters hat die Begegnung in Stuttgart entschieden. Dabei entspricht alles den Regeln, dennoch gibt es kritische Äußerungen.
Zu klären wäre da nach dem 1:2 des VfB Stuttgart gegen den VfL Wolfsburg noch eine Sache. Wo wäre der Schuss von Patrick Wimmer eigentlich gelandet, wenn er nicht zufällig Josha Vagnomans Arm berührt hätte? Im Tor jedenfalls nicht – und bei einem Spieler wohl auch nicht. Dennoch gab es nach Intervention des Videoassistenten einen Handelfmeter, den Mohamed Amoura zum späten Siegtreffer für den Fußball-Bundesligisten aus Niedersachsen verwandelte.
Vielleicht sollte man Sören Storks befragen, der aus Köln in die Partie in Stuttgart eingegriffen hatte und den Unparteiischen Tobias Welz auf die Szene aufmerksam machte. Denn auf dem Platz gab es keine Proteste. Das ist Storks Aufgabe, und auf der Tribüne der MHP-Arena ahnte der Sportvorstand Fabian Wohlgemuth, was folgen würde, als Welz an die Seitenlinie zum Bildschirm lief: „Elfmeter, das war eine Körpererweiterung durch den abgestreckten Arm.“ Punkt.
Ob die Regelauslegung allerdings überall Anerkennung findet, ist eine andere Frage. Ralph Hasenhüttl, der Wolfsburger Coach, meinte: „Ich habe das schon mehrfach gesagt: Man muss darüber nachdenken, ob es sinnvoll ist, so einen Handelfmeter zu pfeifen, wenn der Ball irgendwo hingegangen wäre. Das ist doch sehr spielentscheidend und wir hatten in dieser Saison auch schon unter einer ähnlichen Entscheidung zu leiden. Diesmal waren wir die Glücklicheren.“
Unglücklich war natürlich Sebastian Hoeneß, der den Pfiff auch nicht als im Sinne des Spiels empfand. „Das ist unglaublich bitter, da der Ball nicht einmal ansatzweise in Richtung Tor oder eines Mitspielers geht. Es ist jedoch müßig darüber zu diskutieren“, sagte der VfB-Trainer. Für die Schiedsrichter ist die Regel die Regel – in diesem Fall ohne Ermessensspielraum.