Bezirksvorsteher Colyn Heinze (von links), GHD-Sprecher Eberhard Klink und Ursula Scheid, Inhaberin der Boutique Andante Mode. Foto: Torsten Schöll

Der Gewerbe- und Handelsverein und die Bezirksverwaltung in Degerloch wollen im Advent die Epplestraße beleben. Das neue Konzept soll den lokalen Einzelhandel stärken. Welche Ideen gibt es?

Weihnachtsstimmung mitten im Juni? So scheint es fast. Tatsächlich machen sich der Gewerbe- und Handelsverein Degerloch (GHD) und die Bezirksverwaltung in Degerloch jetzt im Frühling schon Gedanken darüber, wie die Epplestraße in den Adventswochen noch attraktiver werden könnte. Das neue Konzept „Degerlocher Weihnachtswochen“ soll es richten und zudem den Zusammenhalt unter den Einzelhändlern stärken. Der Nikolausmarkt, der früher das Bezirksleben in der Adventszeit geprägt hat, ist seit 2019 Geschichte. Und während der Pandemie wurden die Einzelhändler in und um die zentrale Einkaufsstraße offenbar mehr und mehr zu Einzelkämpfern.

Stern als Symbol des Zusammenhalts unter den Händlern

Damit soll nun Schluss sein. Und zwar nicht mit einem Wiederaufleben des früheren Nikolausmarkts, wie der GHD-Sprecher Eberhard Klink betont, sondern durch ein „frisches, zeitgemäßes Format“. Neben der Weihnachtsdekoration entlang der Einkaufsstraße soll ein weiß beleuchteter Weihnachtsstern an jedem teilnehmenden Geschäft den wiedergewonnenen Zusammenhalt unter den Händlern symbolisieren.

Wie Bezirksvorsteher Colyn Heinze bei der Vorstellung des Konzepts im Bezirksrathaus erklärt, sei der Wunsch, wieder einen winterlichen Treffpunkt zu etablieren, vielfach an ihn herangetragen worden. Nach dem Christbaumloben am 6. Dezember soll im Rahmen der Weihnachtswochen dieser Treffpunkt vor allem am Samstag, 7. Dezember, mit einem „Advent am Rathaus“ aufleben. Der Schwerpunkt liege dabei auf kulturellen Programmpunkten, sagt Heinze.

Vereine und Institutionen sollen an diesem Tag die Möglichkeit bekommen, sich zu präsentieren. Ergänzend wird es weihnachtlich kulinarische Angebote an zahlreichen Ständen geben. „Besonders wichtig ist es uns, die ganze Vielfalt des Bezirks zu zeigen. Unterschiedliche kulturelle und persönliche Hintergründe. Jung und Alt sind dabei kein Widerspruch, sondern stärken unsere Identität“, sagt der Bezirksvorsteher. Der Bezirksbeirat werde voraussichtlich die Weihnachtswochen finanziell unterstützen. Zudem erhält das neue Konzept Geld aus dem städtischen Wirtschaftsförderprogramm.

Auch einen gedruckten Adventskalender wird es geben

Ursula Scheid, Inhaberin der Boutique Andante Mode in der Löwenstraße, sagte, dass es auch darum gehe, die Menschen bei ihren Weihnachtseinkäufen in Degerloch zu halten. „Wir wollen verhüten, dass die Leute nachmittags in die Innenstadt fahren“, sagt Scheid. Zudem soll mit der Steigerung des Einkaufserlebnisses dem Online-Handel Paroli geboten werden.

„Unsere Bezirkskern ist unglaublich attraktiv. Allerdings muss etwas für diese Attraktivität getan werden“, erläuterte Scheid. Während der „Degerlocher Weihnachtswochen“ vom 1. bis 24. Dezember sollen deshalb auch an vielen Wochentagen kleinere weihnachtliche Veranstaltungen entlang der Epple- und in deren Seitenstraßen stattfinden. Zudem soll es einen gedruckten Adventskalender geben, hinter dessen Türchen sich jeweils Informationen zu Aktionen in einzelnen Geschäften verbergen.