Möbel Hofmeister darf dieses Mal nicht mitmachen beim Sonntagsverkauf – genau wie das Breuningerland und Ikea. Foto: factum/Archiv

Die Gewerkschaft Verdi verzichtet auf eine erneute Klage gegen den geplanten verkaufsoffenen Sonntag am 6. Mai.

Sindelfingen - Lange hat man in Sindelfingen nach einem Termin für einen verkaufsoffenen Sonntag gesucht, der die strengen Kriterien erfüllt, die der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim im vergangenen Jahr gefordert hatte. Am 6. Mai soll er nun stattfinden – am gleichen Tag wie der Werkstattlauf, den die Stadt, das Sportgeschäft Stahl und das Mercedes-Benz-Werk gemeinsam veranstalten. Erwartet werden dazu 2500 Läufer sowie etwa 13 000 Besucher in der Innenstadt, mehr als Kunden in den Geschäften. Damit ist eines der Kriterien für die Ausrichtung eines Sonntagsverkaufs erfüllt.

Die Richter hatten einer Klage der Gewerkschaft Verdi stattgegeben, die gegen die verkaufsoffenen Sonntage in Sindelfingen vorgegangen war. Ein besonderes Ärgernis hatten die Gewerkschafter darin gesehen, dass es einen Sonntag im Jahr gab, an dem alle Läden öffneten – auch die im Osten der Stadt. Dies ist nun beim geplanten verkaufsoffenen Sonntag Anfang Mai nicht der Fall: Nur die Geschäfte in der Innenstadt öffnen an diesem Nachmittag ihre Türen. Möbel Hofmeister, das Breuningerland, Ikea und das Stern Center sind nicht dabei. Auch das ist ein Tribut an die festgelegten Kriterien, die unter anderem einen „engen räumlichen Bezug“ einer Veranstaltung zu den Läden vorgeben, die öffnen.

Mit Verdi abgestimmt

Man habe sich vorab mit Vertretern von Verdi abgestimmt, sagte der Erste Bürgermeister Christian Gangl den Gemeinderäten, die extra wegen des verkaufsoffenen Sonntags zu einer Sondersitzung zusammengekommen waren. „Wir stimmen keiner Sonntagsöffnung zu, werden aber keine Rechtsmittel einlegen“, bestätigte Cuno Brune-Hägele, Geschäftsführer im Verdi-Bezirk Stuttgart.

„Die verkaufsoffenen Sonntage sind eine Erfolgsgeschichte“, sagte der Sindelfinger Oberbürgermeister Bernd Vöhringer. Der CDU-Stadtrat Hermann Ayasse, der auch Vorsitzender des Gewerbe- und Handelvereins ist, hofft, dass die Stadt es schafft, wie bisher zwei bis drei solcher Events pro Jahr zu organisieren. Drei Räte stimmten gegen die Sonntagsöffnung am 6. Mai, die große Mehrheit war dafür.