Familie Ragoßnig an ihrem runderneuerten Atand in der Markthalle Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Neues aus der Markthalle: Die Runderneuerung des Obst-, Gemüse- und Feinkoststandes der Familie Ragoßnig ist abgeschlossen. Weiteren Sanierungsbedarf sieht der Markthallenchef nicht.

Stuttgart - Einkaufen in der Markthalle, das ist mehr als die Versorgung mit Lebensmitteln, das ist ein Fest für alle Sinne. Nicht allein dank der Fülle, Vielfalt und Qualität der Waren, sondern auch durch das Ambiente von hoher Ästhetik in diesem Jugendstil-Juwel. Ein Denkmal ohne Stillstand, wie auch das neueste Beispiel zeitgemäßer Verschönerung zeigt: Die Runderneuerung des Obst-, Gemüse- und Feinkoststandes der Familie Ragoßnig, die an diesem Samstag an dem Stand zusammen mit dem Nachbarn Failenschmid gefeiert wird.

Ein Umbau bedingt oft den nächsten. So ist es auch hier, denn für die Neugestaltung des kurz vor Weihnachten wieder eröffneten Fischstandes von Holger Looß hatten Heribert und Dagmar Ragoßnig einige Quadratmeter ihres Standes abgetreten. Und zum Ausgleich dafür von Axel Heger, als Chef der Märkte Stuttgart GmbH Hausherr in der Markthalle, den benachbarten und frei gewordenen Stand zugebilligt bekommen. Hier hatte der Argentinier Javier Sanz bis vor einem Jahr Spezialitäten aus seiner Heimat wie Fleischwaren und Wein verkauft, jetzt betreibt er am Leonhardsplatz das Lokal La Casona Sanz. Eine Adresse für Fleischliebhaber, aber immer noch mit Verkauf: „Ich habe hier meine eigene kleine Markthalle“, sagt er.

Messebauer werkelten drei Tage lang

Drei Tage lang werkelten die Messebauer, dann wurde der Stand enthüllt: „bewusst im vertrauten und traditionellen Marktstil mit massivem Echtholz“, sagt Heribert Ragoßnig. Dazu jetzt mit Zwischengängen. Der neue Teil gibt den Pächtern die Möglichkeit, ihre Demeterprodukte wie Obst und Gemüse, aber auch Brot, Reis, Linsen, Honig und Gewürze aus biologisch kontrolliertem Anbau, in den Vordergrund zu rücken. Insgesamt war es eine Investition von 180 000 Euro, aber hoffentlich eine in die Zukunft: Sohn Matthias, 26 Jahre, kann sich vorstellen, das Geschäft mal zu übernehmen, das Großvater Herbert Ragoßnig 1961 gegründet hatte. „Kommet die Ausländer jetzt au scho in d’Markthalle“ hatte ein schwäbischer Kollege damals auf den Einzug des Österreichers reagiert. Von italienischen, griechischen, spanischen und türkischen Händlern war damals noch keine Rede. Heute schaut der Senior, der schon 1963 die Demeterwaren in sein Sortiment aufgenommen hatte, nur noch manchmal auf ein Schwätzchen mit den Kunden vorbei.

Axel Heger ist mit der Entwicklung in der Markthalle zufrieden. Auch die Familie Walker hat ihren Obst- und Gemüsestand noch kundenfreundlicher umgebaut. Im Moment sieht er keinen weiteren Sanierungsbedarf.

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