Johannes Bitter (Zweiter von rechts) mit dem drinkbetter-Mitgründer Christian Monzel (links) sowie den „Löwen“ Carsten Maschmeyer (Zweiter von links) und Ralf Dümmel. Foto: TVNOW / Bernd-Michael Maurer

Der Handball-Nationaltorwart Johannes Bitter vom TVB Stuttgart hat bei der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ mit seinem Start-up drinkbetter 300.000 Euro ergattert. So lief das – und so geht es nun weiter.

Stuttgart - Der Start in die Karriere nach der Karriere ist gelungen. Handball-Nationaltorwart Johannes „Jogi“ Bitter vom TVB Stuttgart hat mit seinem Nahrungsergänzungsmittel-Start-up drinkbetter, das der Weltmeister von 2007 zusammen mit dem Marken- und Trendexperten Christian Monzel gegründet hat, beim am Dienstagabend ausgestrahlten Staffelfinale der Vox-Show „Die Höhle der Löwen“ ein Investment von 300 000 Euro ergattert.

„Wir sind froh, dass wir Kapital einsammeln konnten, wir müssen viel produzieren. Das war ein großer Schritt auf einem langen Weg“, sagt der 37 Jahre alte Bitter, der mindestens noch eine weitere Saison Handball spielen wird und Deutschland bei Olympia 2021 in Tokio vertreten möchte: „Wir sehen unsere Stärken in der Marken- und Produktentwicklung und wollten deshalb einen strategischen Partner, der uns besonders im Vertrieb unterstützen kann.“ Den suchten die beiden Gründer in „Die Höhle der Löwen“ - bekommen haben sie sogar gleich zwei.

200 000 Euro für 20 Prozent der Firmenanteile war die Forderung, mit der Bitter und Monzel ins Rennen gingen. Sie bekamen viel Lob für ihren Auftritt und erhielten ein Angebot von drei der fünf Investoren-Löwen: Dagmar Wöhrl, Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer. Wöhrl kam der Forderung nach. Dümmel und Maschmeyer taten sich zusammen und boten 300 000 Euro für 30 Prozent der Firmenanteile (und die Zusicherung, eine Million Euro an Working Capital zur Verfügung zu stellen). Nach kurzer Beratung nahmen die drinkbetter-Gründer die Offerte des Duos an.

Erst Erfolg im Sport, nun Erfolg als Unternehmer?

Weltmeister, Champions-League-Sieger, Deutscher Meister, Pokalsieger – im Handball hat Johannes Bitter fast alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Im September wird er 38, die Karriere neigt sich langsam dem Ende zu. Einst hat der 154-malige Nationalspieler die Freizeit für ein Sportmanagementstudium genutzt, seit ein paar Jahren nun bereitet er sich auf die Zeit nach dem Sport vor. Selbstständiger Unternehmer will er dann sein. Mit drinkbetter.

2014 lernte er seinen heute 59 Jahre alten Geschäftspartner Christian Monzel, der jede Menge Erfahrung als Geschäftsführer in der Werbebranche mitbringt, über den Sport kennen. Bitter war seinerzeit in Diensten des damaligen Handball-Topclubs HSV Hamburg, der fünfmalige Deutsche Hockey-Meister und Ex-Torhüter Monzel Co-Trainer beim Club an der Alter in der Hockey-Bundesliga. Die Wellenlänge stimmte sofort. 2016 gründeten sie drinkbetter als Entwicklungsunternehmen und steckten ebenso viel Zeit wie Eigenkapital hinein.

„Wir haben uns beide schon länger mit dem Thema Nahrungsergänzungsmittel auseinandergesetzt und wollten in dem Bereich etwas bewegen“, sagt Bitter. „Es gibt jede Menge sekundäre Pflanzenstoffe, die bekannt sind, aber so noch nicht genutzt werden.“ Ihre Idee: Sie suchten nach einer Lösung, um schwer wasserlösliche sekundäre Pflanzenstoffe wie Ginseng-, Ingwer- oder Kurkuma-Extrakte ohne Zucker und ohne Konservierungsstoffe für den Körper so gut wie möglich verfügbar zu machen. Mit Hilfe eines Berliner Wissenschaftsteams fanden sie eine innovative Technologie, die das ermöglichen soll.

Veganer Mix zur Verringerung von Müdigkeit

Das erste Produkt ist ein sogenannter Functional Drink namens drinkbetter enerxxy. Es handelt sich dabei um ein Liquid, das wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe sowie Vitamine enthält. Dieses ist in einem speziellen Flaschenverschluss, Cap genannt, vor Licht und Luft geschützt und wird zur Anwendung immer frisch ins Wasser gegeben. Die innovative Technologie lässt sich mit Drehen, Drücken, Schütteln zusammenfassen: Wie ein Deckel wird eine Cap auf eine Flasche aufgeschraubt und mit einer leichten Drehung entriegelt, der Inhalt wird in 150 Milliliter Wasser hineingedrückt, so dass die Inhaltsstoffe freigegeben werden – und mit kräftigem Schütteln werden sie aktiviert.

Im Fall von enerxxy soll der vegane Mix zur Verringerung von Müdigkeit beitragen, beim Sport genauso wie bei der Arbeit, beim Reisen oder vor einer Partynacht – oder nach einer Partynacht. Als „Dein Power-Drink mit der Kraft der Natur“ wird das Ganze beworben. Die Startersets mit fünf Caps und einer Flasche zum Draufschrauben kosten 19,99 Euro. „Wir sind der festen Überzeugung, dass die Verwendung von natürlichen Inhaltsstoffen und der Verzicht auf Zucker sowie andere künstliche Zusatzstoffe die beste Basis für ein gesundes und zeitgemäßes Produkt sind“, sagt Bitter.

Von diesem Mittwoch an ist Enerxxy nicht nur im Online-Shop von drinkbetter zu finden, sondern auch in zahlreichen Supermärkten und Drogerien. „Wir sind total gespannt, wie es läuft. Wir wissen, dass es keine leichte Zeit ist, um ein Produkt in den Markt einzuführen“, sagt Bitter. „Wir hoffen aber für uns alle, dass sich die Zeiten langsam wieder entspannen und wir viele Menschen unterstützen können – wir denken, dass das Gesundheitsbewusstsein und die bewusste Ernährung durch die Corona-Krise nochmal auf ein neues Niveau gehoben wird.“

Das erste Produkt soll schließlich nur der Anfang sein, weiter sollen schon bald folgen.

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