TVB-Trainer Markus Baur hat allen Grund zum Jubeln. Foto: Baumann

Ins Saisonfinale geht der TVB Stuttgart mit neuer Hoffnung: Die Bundesliga-Handballer haben im Abstiegskampf gegenüber dem Bergischen HC nicht nur zwei Punkte mehr, sondern auch ein Plus von 15 Toren.

Stuttgart - Der Sieg war Pflicht – und am Pfingstsonntag sogar noch mehr wert als nach Spielende gedacht. „Wir haben gemacht, was wir konnten“, sagte Geschäftsführer Jürgen Schweikardt, nachdem der TVB Stuttgart am Samstag in der Handball-Bundesliga das Schlusslicht HSC Coburg mit 26:20 besiegt hatte. Um dem Gegner als Absteiger nicht in die zweite Liga folgen zu müssen, war das aber vielleicht nicht genug. Nach einer zwischenzeitlichen Elf-Tore-Führung (20:9) blieben schließlich noch sechs übrig. Reicht das, um am Ende vielleicht sogar mit der Tordifferenz punkten zu können?

Höchstwahrscheinlich – heißt es seit Sonntag, nachdem der Mitkonkurrent Bergischer HC beim 29:41 in Magdeburg eine Klatsche bekommen hat und nun nicht nur zwei Punkte, sondern auch noch um 15 Tore schlechter dasteht als die Stuttgarter. Das sollte im Fernduell am nächsten Samstag (16 Uhr) reichen, wenn der TVB im Derby bei Frisch Auf Göppingen antreten muss und der BHC zeitgleich die TSV Hannover-Burgdorf empfängt. „Natürlich erleichtert das die Aufgabe etwas“, sagt der TVB-Trainer Markus Baur, „aber wir müssen auch das letzte Spiel gewissenhaft angehen.“

TVB hatte schon elf Tore Vorsprung

Wie schnell im Handball eine vermeintlich sichere Führung verloren gehen kann, hatte sich am Samstag gezeigt, als die Gäste aus Coburg den Rückstand Mitte der zweiten Hälfte schnell bis auf vier Tore verkürzen konnten. „Da hat es im Kopf klick gemacht, und wir haben gesagt: Jetzt sind wir doch müde“, meinte Baur.

Seiner Mannschaft sind – mit dem reduzierten Kader – inzwischen die Strapazen anzumerken. „Da mussten wir den letzten englischen Wochen Tribut zollen“, meinte Felix Lobedank. Also trifft es sich gut, dass die Mannschaft jetzt eine Woche lang Zeit hat, um sich auf die letzte Aufgabe vorzubereiten und erst einmal zwei Tage kein Training auf dem Programm stand, um Körper und Geist frei zu bekommen. Zudem besteht noch die minimale Hoffnung, dass in Göppingen Linksaußen Tobias Schimmelbauer nach einer Wadenverletzung vielleicht im Kader steht. Wenn nicht, müssen sich die verbliebenen Mohikaner eben nochmals für 60 Minuten reinhängen, um das Ziel Klassenverbleib unter Dach und Fach zu bringen.

Nicht zu vergessen: Wenn alles optimal läuft, ist die Sache ja schon am Mittwoch durch. Dann muss der Drittletzte TBV Lemgo nach Hannover. Sollten die Niedersachsen gewinnen, wäre der TVB Stuttgart gerettet. Der Haken an der Sache: Die Hannoveraner sind 2017 noch sieglos. Deshalb ist es gut möglich, dass am Samstag doch das Torverhältnis entscheidet.

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