Kai Häfner beendet seine Karriere in der deutschen Handball-Nationalmannschaft mit einer Silbermedaille um den Hals. Der Verlauf des Olympia-Finales hat den 35-Jährigen zwar enttäuscht, der Linkshänder des TVB Stuttgart ist aber auch stolz. Wir haben in Lille mit ihm gesprochen.
Ein Finale bei Olympischen Spielen ist so oder so eine besondere Partie. Für Kai Häfner galt das am Sonntag in Lille umso mehr. Denn: Das Olympia-Endspiel gegen die Dänen war zugleich sein letzter Einsatz im Trikot der deutschen Handball-Nationalmannschaft. Umso unglücklicher war Häfner mit dem Verlauf.
„Wir haben uns das natürlich ganz anders vorgestellt“, sagte der 35-Jährige vom TVB Stuttgart – nachdem das deutsche Team gegen Dänemark quasi chancenlos gewesen war. „Ab Minute drei, vier oder fünf lief das Spiel komplett in die falsche Richtung“, erklärte Häfner, „das fühlte sich dann katastrophal an.“ Zur Pause waren die Dänen bereits mit 21:12 davon gezogen. Am Ende stand eine bittere 26:39-Niederlage.
Bei aller Enttäuschung – die deutschen Handballer waren auch stolz auf das, was sie in diesem Turnier geleistet hatten. Der soliden Vorrunde folgte der spektakuläre Sieg im Viertelfinale nach Verlängerung gegen Frankreich. Mit einem knappen Erfolg gegen Spanien zog das Team des Deutschen Handball-Bundes (DHB) dann ins Finale ein.
Besonders für Kai Häfner war das Turnier von Beginn an speziell. Der Linkshänder gehörte zunächst gar nicht zum Kader, wurde für Franz Semper dann aber nachnominiert. So ähnlich war es ihm schon bei der EM 2016 ergangen – da kam er während des Turniers zum Team. Und war am Ende Europameister.
2016 holte er mit der DHB-Auswahl dann auch noch Bronze bei den Spielen in Rio – was nun mit Silber in Paris und Lille noch getoppt wurde. „Ich bin dankbar, dass diese Reise im Nationalteam nun mit einer Medaille zu Ende geht“, sagte er. Und sieht gute Perspektiven für die deutsche Mannschaft.
„Wir hatten hier einen guten Mix und einen guten Teamspirit“, erklärte er, „darauf lässt sich aufbauen.“ Und: „Wenn die Jungs so weiter machen, war das nicht das letzte Finale, das sie gespielt haben.“ Für ihn selbst geht es nun nur noch im Verein weiter. Wann, ist aber noch nicht ganz klar.
Am Montag wird er mit TVB-Trainer Michael Schweikardt absprechen, wann er wieder zum Training in Stuttgart erscheinen muss. Sicher ist: Ein langer Urlaub ist nicht drin. Häfner hofft auf „drei oder vier freie Tage“. Beim TVB will er diese Saison noch weiterspielen – gerne auch darüber hinaus.