Gerdas Babarskas will die SG noch in die Bundesliga werfen. Foto: Baumann

Es ist angerichtet: Die SG BBM Bietigheim kann an diesem Freitag (19.30 Uhr) in der Egetrans-Arena den Aufstieg in die Handball-Bundesliga perfekt machen. Voraussetzung dazu ist ein Sieg gegen den TV Emsdetten.

Bietigheim - Der Countdown ist in vollem Gange. Zwar spielt die SG BBM Bietigheim nicht Tennis, sondern Handball, dennoch kann man in diesem Zusammenhang von Matchbällen reden. Den ersten zum Aufstieg in die Bundesliga hat die Mannschaft von Hartmut Mayerhoffer vergangenes Wochenende beim Spitzenreiter Bergischer HC vergeben, nun wartet der zweite: An diesem Freitag (19.30 Uhr) kann die SG nach drei Jahren die Rückkehr in die Handball-Bundesliga perfekt machen – mit einem Sieg gegen den TV Emsdetten.

„Natürlich haben wir unsere Hausaufgaben gemacht“, sagt der Geschäftsführer Bastian Spahlinger. Sprich im Fall des Falles wäre der Verein auf eine entsprechende Siegesfeier vorbereitet. Und die Mannschaft will die Gunst der Stunde gerade zuhause in der Egetrans-Arena nutzen, sicher ist sicher, denn der dritte Matchball würde schwieriger. Am Wochenende darauf geht es zum Tabellenvierten VfL Lübeck-Schwartau, der sich aktuell – bei vier ausstehenden Spielen und sieben Punkten Rückstand auf die SG – selbst noch geringe Chancen auf den Sprung ins Oberhaus machen kann, der in der zweiten Handball-Bundesliga auch dem Tabellenzweiten gelingt, nachdem Erstliga-Absteiger Bergischer HC die Rückkehr bereits in der Tasche hat. „Der normale zweite Aufsteiger wäre Coburg oder Balingen gewesen“, sagt der SG-Trainer Hartmut Mayerhoffer, also einer der beiden anderen Absteiger, wobei Coburg als Dritter noch im Rennen ist, während sich der HBW schon frühzeitig aus dem Aufstiegsrennen verabschiedet hatte.

Ralf Bader folgt auf Trainer Mayerhoffer

Also Bietigheim? „Unser Saisonziel war ein einstelliger Tabellenplatz“, betont Mayerhoffer noch einmal, womit die Leistung nicht hoch genug zu bewerten ist. Bereits im Vorjahr war die SG lange Zeit vorne dabei, am Ende ging der Mannschaft aber die Puste aus, sie wurde respektabler Fünfter. „Ich denke, wir sind in dieser Saison einfach konstanter“, sagt Hartmut Mayerhoffer, für den der Aufstieg ein schönes Abschiedsgeschenk wäre. Nach fünf erfolgreichen Jahren verlässt er den Verein zum Saisonende. Wohin? Offen. Fest steht dagegen bereits sein Nachfolger. Ralf Bader vom Drittligisten TSV Neuhausen/Filder. Ein zu großer Sprung? „Ich bin damals auch aus der dritten Liga gekommen“, erinnert sich Mayerhoffer, allerdings in die zweite Liga, die überspringt Bader nun. Was die Aufgabe nicht einfacher macht. Doch ein Schritt nach dem anderen: Also erst einmal den Aufstieg unter Dach und Fach bringen.

Der mit einem Zweitspielrecht von der SG Köndringen-Teningen ausgeliehene Jonathan Fischer wird am Kreis die Rolle von Panagiotis Erifopoulos einnehmen, der an einem Finger operiert werden musste und in dieser Saison nicht mehr eingreifen kann. Abwehrstratege Paco Barthe ist dagegen nach seiner Erkrankung wieder mit von der Partie, für SG BBM-Coach Mayerhoffer eine ganz wichtige Personalie. Er wird im Anschluss an sein Studium nach der Saison in seine Heimat Südfrankreich zurückkehren – ein herber Verlust. Hinzu kommt: auch der litauische Torjäger Gerdas Babarskas (136 Treffer) wird den Verein in Richtung Frankreich (Chambery) verlassen. Ein Hauch von Abschiedsstimmung also beim möglichen Aufstieg. „Es wäre toll, wenn die Halle voll wird“, sagt der Trainer noch. „Einfach weil wir eine Stimmung brauchen, die uns nach vorne tragen kann.“ Und nach oben – in die erste Liga.

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